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Der tiefe Fall der Ghislaine Maxwell: Das schöne Gesicht moralischer Korruption innerhalb der globalen Elite

RED
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell – ein perfekt funktionierendes böses Paar
Die Geschichte von Ghislaine Maxwell ist die Erzählung eines Lebens zwischen extremem Privileg und moralischem Abgrund. Geboren in eine Welt von unvorstellbarem Reichtum und politischem Einfluss, endete ihr Weg nicht in den Palästen der Macht, sondern in einer Gefängniszelle in Texas.
Um zu verstehen, wer diese Frau ist, muss man in die luxuriöse Welt ihrer Jugend und die dunklen Schatten ihres Vaters eintauchen.
Ghislaine Maxwell wurde am 25. Dezember 1961 in der Nähe von Paris geboren. Sie war das jüngste von neun Kindern des britischen Medienmoguls Robert Maxwell. Ihr Vater war eine überlebensgroße, oft tyrannische Figur, der ein globales Imperium (u.a. den Mirror-Verlag) kontrollierte. Ghislaine war seine erklärte Favoritin; er benannte sogar seine Luxusyacht, die „Lady Ghislaine“, nach ihr.
Ghislaine wuchs im Headington Hill Hall auf, einem prächtigen Anwesen in Oxford mit 53 Zimmern. Ihre Erziehung war elitär: Sie besuchte das Marlborough College und später die Universität Oxford. In dieser Zeit lernte sie, sich in den höchsten Kreisen der Gesellschaft zu bewegen. Sie war charmant, sprach fließend mehrere Sprachen und besaß die Fähigkeit, Menschen für sich einzunehmen – Talente, die sie später für Jeffrey Epstein einsetzen sollte.
Das Jahr 1991 markierte das Ende ihrer Welt.
Robert Maxwell verschwand unter mysteriösen Umständen von seiner Yacht und wurde tot im Atlantik gefunden. Kurz darauf kollabierte sein Imperium. Es kam ans Licht, dass er hunderte Millionen Pfund aus den Rentenkassen seiner Angestellten veruntreut hatte. Ghislaine stand plötzlich vor den Trümmern ihres Rufs und ihres Erbes.
Um dem Skandal in London zu entkommen, zog sie nach New York. Dort, in der New Yorker High Society, versuchte sie, sich neu zu erfinden. Doch ohne das Geld ihres Vaters fehlte ihr die Basis für ihren luxuriösen Lebensstil. In dieser verwundbaren Phase lernte sie den Hedgefonds-Manager Jeffrey Epstein kennen.
Die Begegnung mit Epstein Anfang 1991 veränderte alles
Epstein war reich, aber ihm fehlte der Zugang zum „alten Geld“ und zum europäischen Adel. Maxwell war die perfekte Ergänzung: Sie öffnete ihm die Türen zu den Royals (wie Prince Andrew) und zur politischen Elite. Im Gegenzug finanzierte Epstein ihr Leben.
Was zunächst wie eine Liebesbeziehung aussah, entwickelte sich schnell zu einer professionellen und kriminellen Partnerschaft. Maxwell wurde zu Epsteins „rechter Hand“. Sie verwaltete seine Haushalte in New York, Florida, New Mexico und auf den Jungferninseln. Doch ihre wichtigste und dunkelste Aufgabe war die Rekrutierung von jungen Mädchen und Frauen.
Ermittlungen ergaben, dass Maxwell das Herzstück von Epsteins Missbrauchssystem war. Sie nutzte ihre Position als gebildete, weltgewandte Frau aus, um das Vertrauen minderjähriger Mädchen zu gewinnen. Viele Opfer sagten aus, dass Maxwell wie eine „Mutterfigur“ wirkte, die ihnen Geschenke machte oder finanzielle Hilfe versprach.
Sie entwickelte eine perfide Methode, das sogenannte Grooming: Sie bereitete die Mädchen psychologisch auf den Missbrauch vor, indem sie sexuelle Themen normalisierte und sie zu Massagen überredete, die schließlich in Vergewaltigungen durch Epstein endeten. Zeugen berichteten, dass Maxwell oft selbst anwesend war oder sich beteiligte, um den Opfern das Gefühl zu geben, das Geschehene sei normal.
Jahrzehntelang lebte Maxwell trotz erster Vorwürfe in den 2000er Jahren unbehelligt.
Erst nach Epsteins Verhaftung und seinem Tod durch Suizid im Jahr 2019 geriet sie endgültig ins Visier der Justiz. Nach einer monatelangen Flucht wurde sie im Juli 2020 in einem abgelegenen Haus in New Hampshire gefasst.
Im Dezember 2021 wurde sie wegen Menschenhandels und Verschwörung zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie die Architektin hinter Epsteins kriminellem Netzwerk war. Im Jahr 2022 wurde sie zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Maxwells ist die einer Frau, die ihre Intelligenz und soziale Stellung nicht nutzte, um Gutes zu tun, sondern um Raubtiere zu füttern und Leben zu zerstören. Auch wenn sie bis heute durch immer neue Anträge versucht, ihr Urteil anzufechten, bleibt sie für die Weltöffentlichkeit das Gesicht einer beispiellosen moralischen Korruption innerhalb der globalen Elite.

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Klaus Kelle, Chefredakteur