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Nicht des Sex ist das Problem, sondern die Entwürdigung
Wir leben in allen traditionell „westlichen“ Gesellschaften und darüber hinaus in einer stark auf Sexualität fixierten Zeit. Das ist eine rein faktische Feststellung und hat zunächst einmal gar nichts mit Wertung zu tun. Aber wenn es stimmt, dass das späte 19. Jahrhundert prüde und verklemmt war, dann ist jedenfalls das frühe 21. wohl sexbesessen und geradezu genital fixiert. Man kann die Anfänge dieser Fixiertheit bis zur sog. „sexuellen Revolution“ Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen, auch wenn tiefere Ursachen sicher weiter zurückreichen. Das Phänomen ist in der Menschheitsgeschichte nicht neu oder einzigartig; aber für unsere Epoche ist der zeitliche und geistesgeschichtliche Zusammenhang klar. Ein Akt der Befreiung? Aber, so mag man sich fragen, war nicht, bei allen Übertreibungen und Exzessen, doch viel Gutes in der „sexuellen Befreiung“? War es nicht wirklich nötig, die Sexualität aus den Fesseln einer verknöcherten Moral zu befreien, die etwas zutiefst Menschliches und eigentlich in sich Gutes verteufelt oder zumindest tabuisiert hatte? War nicht das Pendel viel zu weit in Richtung Prüderie geschwungen – und ist nicht eben das der Grund für ein nun etwas übertrieben weites Ausschlagen des Pendels in Richtung Libertinage und Enthemmung? Der Vorwurf richtet sich, direkt oder indirekt, mal offen, mal verklausuliert, ganz besonders gegen die Katholische Kirche. Sie trüge demnach an beidem die Schuld: an der früheren Verklemmtheit und deshalb eigentlich auch, wegen der unvermeidlichen „Korrektur“, an der Übertreibung in die andere Richtung. Vielleicht rührt die Gnadenlosigkeit der diversen Attacken gegen die Kirche auch aus dem noch immer unterbewusst vorhandenen Wissen, dass sie uns etwas zu sagen hat, weil sie irgendwie einen reichen Schatz aus höherem Wissen und Erfahrung verwaltet, woraus allein sich ethische Grundsätze ableiten lassen. Und das stört natürlich die Jakobiner der sexuellen Revolution. Alles Sex – oder was? Stimmt es aber überhaupt, dass die Lehre der Katholischen Kirche „leibfeindlich“ ist, oder, in einem etwas aktuelleren Jargon gesagt, „irgendwie gegen Sex“? Rückständig eben, und damit ein ewiger Spaßverderber? Sprach nicht die Kirche früher ständig von „Sünde“? Und damit ist ja wohl der Sex gemeint, oder? Vielen Zeitgenossen kommt es jedenfalls so vor, als sei das Thema Sex die Hauptsache, wenn es um Ethik und Moral geht. Schon die Sündenfalls-Geschichte aus der Genesis deuten wir doch landläufig irgendwie mit einem geschlechtlichen Hintergrund. Es fängt schon damit an, dass in der Kunst Adam und Eva immer nackt dargestellt werden – über Jahrhunderte war das ja auch ein unwiderstehlicher Anlass zur öffentlichen Darstellung schöner nackter Körper. Ist das nicht alles irgendwie schlüpfrig? Hochmut kommt vor dem Fall Das ist es nicht! Es geht in dieser Geschichte überhaupt nicht um Sex, sondern um Hochmut, Anmaßung, Widerspruch zur göttlichen Schöpfungsordnung. Die Erzählung von Adam und Eva ist kein albernes Kindermärchen, sondern eine poetische Lehrgeschichte über das Böse, das den Menschen von Gott zu trennen sucht! In der christlichen Tradition gelten seit jeher die „geistigen“ Sünden als die schwereren, im Vergleich zu den rein körperlichen. Etwas vereinfacht und zugespitzt: Hochmut und Neid sind „schlimmer“ als Völlerei und Wollust. Und Hochmut ist die verderblichste von allen Sünden, weil sie die Ursache so vieler anderer ist – und weil sie, mehr als jede andere, den Menschen von Gott trennt. Man muss die Geschichte von Adam und Eva einfach einmal mit Verstand lesen, ohne Vorurteil, dann hat sie uns plötzlich wieder etwas zu sagen: Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, und damit schuf er auch den Sex. Es war nicht ein Geschlechtsakt, der zur Vertreibung aus dem Paradies führte, sondern ein Akt der Ablehnung des Göttlichen, ein Akt des Hochmutes. Und wie das Sprichwort so treffend sagt: „Hochmut kommt vor dem Fall“, auch vor dem Sündenfall. Keine Spur von Prüderie Die katholische Lehre enthält keineswegs eine negative Sicht der Sexualität. „Leibfeindlicher“ Puritanismus gilt der Katholischen Kirche sogar als Häresie; denn darin verbirgt sich ein alter manichäischer Irrglaube, der das Körperliche verteufelt (im Wortsinne). In der biblischen Tradition ist dagegen die Liebe, auch und gerade die körperliche Liebe zwischen Mann und Frau, der Sex eben, nichts Böses, sondern ein Gottesgeschenk. Wie sonst hätte sich z.B. die Liebeslyrik des „Hohenliedes“ im Kanon der Heiligen Schrift der Christenheit halten können, mit einer so tiefsinnigen religiösen Ausdeutung? Das wäre wohl kaum geschehen, wenn es da um etwas Böses ginge. Vom Kirchenlehrer Thomas von Aquin gibt es feinfühlige und überaus positive Aussagen über die Sexualität, psychologisch einfühlsam und fern jeder Prüderie. Gegen puritanische Irrlehren argumentiert er naturrechtlich: Was vom Schöpfer gut eingerichtet ist, kann nicht in sich schlecht sein: „Also ist es unmöglich, dass die leibliche Vereinigung an sich böse wäre“ (Summa contra gentiles. Buch III. Kap. 126). Wo ist dann das Problem? Nach dieser notwendigen Klärung stellt sich natürlich sofort die Frage: Was ist denn dann mit der kirchlichen Sexualmoral? Wenn der katholische Glaube so positiv zur Sexualität steht, wo ist dann überhaupt das Problem? Aber es besteht eben doch ein fundamentaler Unterschied zwischen Sex à la Mainstream und Sex auf katholisch. In der Tat! Aber präzisieren wir die Frage: Wo hört „Liebe“ auf, und wo fängt „Laster“ an? Das Laster der „Wollust“ gilt in der Tradition der katholischen Tugendlehre tatsächlich als schwere Sünde. Aber sehen wir uns an, worum es überhaupt geht; dabei hilft es, die Begriffe zu klären: Das gebräuchlichste lateinische Wort für dieses Laster lautet in der philosophischen Tradition „luxuria“ – Geilheit, Genusssucht, Ausschweifung (das Gegenteil davon ist das Maßhalten, die Besonnenheit „Temperantia“). Das Lustempfinden im physiologischen Sinne hingegen ist „voluptas“, ein Wort, das nicht ausschließlich negative Konnotationen im moralischen Sinne hat, sondern auch rein deskriptiv sein kann. Was wie eine philologische Spitzfindigkeit aussieht, hilft bei der Suche nach dem hier Gemeinten. Verzweckung des Menschen Die Wurzel des Wortes „luxuria“ verweist auf übermäßige, selbstbezogene Genussbefriedigung, auf ein egoistisches und rücksichtsloses, gewissermaßen rein triebhaftes Verhalten, das tödlich ist für jede Liebe und gute Leidenschaft. „Lasterhaft“ ist vor allem die Benutzung eines anderen Menschen zur selbstsüchtigen Triebbefriedigung – so wie jedes Benutzen eines Menschen zu verurteilen ist. Ein Mensch darf nie als bloßes Mittel zum Zweck missbraucht werden, auch nicht mit seiner eigenen Zustimmung! Die schlimmste Form der Verzweckung und Entwürdigung des Menschen in diesem Zusammenhang ist natürlich die Prostitution, wie auch immer sie getarnt sein mag. Aber auch jede vermeintliche „Partnerschaft“, in der es nur um sexuelle Triebabfuhr geht – vom „one night stand“ bis zu ständig wechselnden oder gar parallelen Konkubinaten – ist letztlich eine Form des Missbrauchs und der Rohheit, erfüllt also den Tatbestand des „Lasterhaften“. Lasterhaft ist nicht der sinnliche Genuss als solcher, sondern der vernunftwidrige Gebrauch. Das gilt ja auch in anderen Bereichen als der Sexualität – z.B. in ähnlicher Weise für übermäßiges und gesundheitsschädliches Essen, für Völlerei, Trunksucht. Allerdings verhält sich die Sache beim Thema Sexualität und Lust doch noch etwas anders als beim Gebrauch von Speisen und Genussmitteln. Schließlich geht es hier nicht nur um einen einzelnen Menschen, der sich möglicherweise um sein Heil (im doppelten Sinne) bringt. Der Missbrauch der schöpfungsmäßigen Ordnung führt bei lasterhaftem Sexualverhalten zu doppelt verheerenden Folgen; schließlich sind (mindestens) zwei Personen beteiligt. Sucht Irregeleitete und enthemmte Sexualität nimmt zudem fast immer Sucht-Charakter an, oft mit schweren Folgeschäden. In den vergangenen Jahrzehnten ist z. B. die Pornographie-Sucht zu einem katastrophalen Problem geworden, das seuchenartig um sich greift und immer mehr auch Kinder bedroht. In den USA ist das „Einstiegsalter“ für diese Sucht bereits auf 11 Jahre abgesunken. Die Bekämpfung dieser schändlichen Entwicklung fällt in sexualisierten Gesellschaften immer schwerer. Wenn doch alles erlaubt ist, wie macht man verbleibende Grenzziehungen noch plausibel? Auch unterhalb der Schwelle der Pornographie wird in unseren Gesellschaften eine verkümmerte Sexualität beworben, die wie eine Art Ausgleichssport verkauft wird, den man sich jederzeit gönnen möge, wenn einem danach ist. Neben den unausweichlichen psychologischen Irritationen sind langfristig Bindungsscheu und Depression Folgen dieser Sucht. Was will die Kirche eigentlich? Angesichts dieses Befundes wird deutlich: Was schon die ersten Christen umtrieb und worum es bis zum heutigen Tag in jeder christlichen Ethik geht, ist nicht die Verteufelung der menschlichen Sexualität, sondern ihre Verteidigung. Gerade dazu ist übrigens auch die Einrichtung der Ehe da, die sich nicht zufällig in allen Völkern und Kulturen in irgendeiner Form findet. Weil es ganz offensichtlich naturrechtliche Grundlagen der Ehe in allen Zeiten und Kulturen gab, erkennt die Katholische Kirche das Institut einer „natürlichen Ehe“ an. Diese kann zwar die sakramentale Ehe nach katholischem Verständnis nicht ersetzen, stellt aber gewissermaßen eine relevante Vorform oder Grundlage dar. Schlag nach im Grundgesetz… Auch das deutsche Grundgesetz ist übrigens eindeutig dem christlichen Ehebegriff verpflichtet, was sich schon aus der unmittelbaren Verknüpfung des Schutzes der Ehe und der Mutterschaft ergibt (GG Art. 6, Abs. 1 und 4). Aber die Ehe ist nicht nur eine gesellschaftlich nützliche, bürgerliche Rechtsform wie andere, sondern sie bewahrt – darin den Grundrechten ähnlich – das Menschenrecht und die Würde der Person von Mann und Frau. Wo aber die Menschenwürde bewahrt bleibt, kann es kein Laster geben. Hinzu kommt die Bezogenheit der Ehe auf das „Kinderkriegen“, was aus christlicher Sicht nicht eine Bürde für das Liebesleben ist, sondern diesem vielmehr besondere Würde verleiht. Was tun? Der Sex ist gar nicht das Problem, sondern seine Verabsolutierung und dadurch seine Entwürdigung. Und das zeitigt schlimme Folgen: Pornographie, Prostitution, Sexualisierung von Kindern, Auflösung des Ehebegriffes etc. Und wir alle wissen im Grunde recht gut, was über die Grenze des Erträglichen hinaus geht und wo wir uns zu Wort melden und Fehlentwicklungen Einhalt gebieten können – wir müssen es nur tun! Aber werden wir, so mag man einwenden, dann nicht zu Miesmachern und Bedenkenträgern, zu altmodischen Moralaposteln, wenn wir überall Unzucht und Laster vermuten? Nicht wirklich. Mit etwas gesundem Menschenverstand können wir leicht entscheiden, wo unser Einspruch angebracht ist, egal ob öffentlich oder im persönlichen Gespräch. Und vor Überheblichkeit und Hartherzigkeit kann uns ein Blick ins Neue Testament bewahren, auf jene Begebenheit, in der aufgebrachte Gesetzeslehrer eine Ehebrecherin vor Jesus führen, um ihn auf die Probe zu stellen (Joh 8, 3-11). Seine Reaktion ist sprichwörtlich geworden und sollte uns immer als Mahnung präsent sein: „Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“ Ebenso aber seine Worte an die Ehebrecherin: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“

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