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Die traurige Nachricht erreichte uns und die Welt gestern, an einem stillen Frühlingstag im April: Der große Mario Adorf, einer der letzten herausragenden Charakterdarsteller des europäischen Kinos, ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Sein Management bestätigte seinen Tod. Er entschlief am 8. April in seiner Wahlheimat Paris. Er starb nach einer kurzen Krankheit, umgeben von der Geborgenheit seines Zuhauses und im Beisein seiner geliebten Ehefrau Monique Faye.
Adorfs Tod markiert das Ende einer Ära
Und das nicht nur für den deutschen Film, sondern für die gesamte internationale Kinolandschaft, die Adorf über sieben Jahrzehnte hinweg mit seiner unvergleichlichen Präsenz geprägt hat.
Was wir über seinen Tod wissen, spiegelt die Würde wider, mit der er auch sein Leben führte. Es war ein leiser Abschied nach einem lauten, erfüllten Leben. Adorf war bis ins hohe Alter geistig präsent und aktiv, ein Mann, der das Altern als einen Prozess akzeptierte, aber niemals kapitulierte.
Geboren am 8. September 1930 in Zürich als Sohn einer deutschen Sanitäterin und eines italienischen Chirurgen, wuchs Mario Adorf in bescheidenen Verhältnissen in der Eifel auf. Diese Herkunft – das „Mischblut“ zwischen rheinischer Bodenständigkeit und italienischem Temperament – sollte später zu seinem Markenzeichen werden. Bevor er die Schauspielerei für sich entdeckte, studierte er Philosophie und Psychologie, boxte und stand als Statist auf der Bühne.
Sein Durchbruch gelang ihm 1957 in Robert Siodmaks Kriminalfilm „Nachts, wenn der Teufel kam“. In der Rolle des vermeintlichen Massenmörders Bruno Lüdke lieferte er eine körperliche und psychologische Tour de Force ab, die ihm prompt den Bundesfilmpreis einbrachte. Es war der Startschuss für eine Karriere, die ihn schnell über die Grenzen Deutschlands hinausführte.
In den 1960er- und 70er-Jahren wurde Adorf zu einem gefragten Gesicht des internationalen Kinos. Er drehte in Italien, Frankreich und den USA. Er spielte in Italo-Western, Mafia-Epen und Abenteuerfilmen. Doch im Gegensatz zu vielen Kollegen ließ er sich nie auf einen Typus festlegen. Er war Santer in der Winnetou-Verfilmung – ein Schurke, den ganz Deutschland hasste – und glänzte gleichzeitig in intellektuell anspruchsvollen Produktionen.
Ein unbestrittener Höhepunkt seines Schaffens war die Zusammenarbeit mit Volker Schlöndorff in der Verfilmung von Günter Grass’ „Die Blechtrommel“ (1979). Als Alfred Matzerath verlieh er dem Film eine erdige, tragikomische Wucht. Der Film gewann die Goldene Palme in Cannes und den Oscar für den besten fremdsprachigen Film – Adorf war damit endgültig im Olymp der Schauspielkunst angekommen.
Der Patriarch und die späten Erfolge
Mit zunehmendem Alter wandelte sich Adorfs Rollenprofil, aber seine Intensität blieb. Im deutschen Fernsehen feierte er in den 1990er-Jahren triumphale Erfolge in den großen Mehrteilern von Dieter Wedel. In „Der große Bellheim“ oder „Der Schattenmann“ verkörperte er Figuren von shakespearescher Dimension: mächtige Männer, die am Ende ihres Lebens stehen und mit ihren Fehlern und Erfolgen ringen. Diese Rollen schienen ihm auf den Leib geschrieben, da er die nötige Gravitas mitbrachte, um die Last eines ganzen Lebens allein durch einen Blick auszudrücken.
Neben der Schauspielerei entdeckte Adorf auch sein Talent als Schriftsteller und Entertainer. Er schrieb Bestseller über seine Kindheit und sein Leben in Italien und begeisterte auf Tourneen mit Chanson-Abenden. Er war ein begnadeter Erzähler, Entertainer und Mensch, der die Sprache liebte und sie präzise einsetzte.
Was Mario Adorf über seine Rollen hinaus so besonders machte, war dass er stets nahbar blieb, frei von Starallüren und engagiert für gesellschaftliche Belange. Er lebte den europäischen Gedanken vor, sprach fließend mehrere Sprachen und fühlte sich in Paris ebenso zu Hause wie in Rom oder München. In Interviews bestach er durch Klugheit, Humor und eine gewisse Altersmilde, die jedoch nie in Belanglosigkeit abglitt.
Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die nicht zu füllen sein wird. Es gibt heute kaum noch Schauspieler seiner Generation, die eine solche physische Präsenz mit einer so tiefen emotionalen Intelligenz verbinden können. Mario Adorf war ein Kraftwerk der Gefühle, ein Mann, der jede Szene dominierte, in der er auftrat – nicht durch Lautstärke, sondern durch pure Existenz.
Die Berlinale gilt seit jeher als das politischste der großen Filmfestivals. Doch was sich am vergangenen Samstagabend abspielte, sprengt jeden Rahmen. Es hinterlässt eine tiefe Kluft zwischen Kunstfreiheit und diplomatischer Etikette – und wirft die drängende Frage auf, wie wehrhaft eine Demokratie gegenüber Gästen sein muss, die die ihnen entgegengebrachte Gastfreundschaft mit Hass vergelten.
Es sollte eigentlich ein Moment des Triumphs für Abdallah Alkhatib sein. Für sein Debütwerk „Chronicles from the Siege“ wurde er mit einem Preis des Berliner Festivals geehrt. Doch statt sich in Dankesworten zu ergehen, nutzte Alkhatib die internationale Bühne für eine scharfe Attacke gegen seine Gastgeber. Während er eine Palästinenserflagge in die Höhe reckte, warf er der Bundesregierung vor, ein „Partner des Völkermords in Gaza“ zu sein.
Ein Palästinenser aus Syrien, der 2019 vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland floh und hier Schutz, Unterkunft und finanzielle Sicherheit fand. Erst unsere westliche Freiheit ermöglichte es ihm, sich ungehindert seinen Filmen zu widmen – finanziert von eben jener Gesellschaft, die er nun auf offener Bühne diffamiert. Statt eines Plädoyers für die Werte, die ihm dieses Leben ermöglichen, lieferte Alkhatib antiisraelische Lügen und antisemitische Hetze.
Und auch gegen uns, das Publikum und die Menschen, die ihm hier für seine Kunst den Boden bereiten, richtete sich sein Hass. Alkhatib stieß eine unverhohlene Drohung gegen die Menschen in Deutschland aus. Man werde sich merken, wer an der Seite Israels stand – eine Ansage, die viele als direkte Bedrohung gegen jeden Einzelnen empfinden, der sich für die deutsch-israelische Partnerschaft einsetzt.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), als einziger offizieller Vertreter der Bundesregierung im Saal anwesend, hielt es angesichts dieser Entgleisungen nicht mehr auf seinem Platz. Noch während der Rede verließ er demonstrativ die Veranstaltung. Ein Sprecher des Ministeriums stellte später klar: „Der Bundesminister hält diese Aussagen für nicht akzeptabel.“
Unterstützung erhielt Schneider von diplomatischer Seite. Der israelische Botschafter Ron Prosor lobte den Minister via BILD für sein Rückgrat. Prosor erinnerte in einer scharfen Replik daran, wer die tatsächliche Verantwortung für das Leid trägt: Die islamistische Hamas, die am 7. Oktober „einen Genozid vor laufender Kamera veranstaltet“ habe.
Deutschlands Schauspielikone Uschi Glas stellte sich hinter den Minister und kritisierte das Schweigen der Branche: „Wenn du sitzen bleibst, dann gibst du den Feinden der Demokratie recht.“
Was von der Berlinale 2026 bleibt, ist ein Scherbenhaufen. Die Berlinale muss sich fragen lassen, wie lange sie es noch duldet, zu einer Plattform für Islamisten und Antisemiten zu werden. Der Fall Alkhatib zeigt exemplarisch, wie schmal der Grat zwischen der Repräsentation marginalisierter Stimmen und einer gefährlichen Instrumentalisierung des Kulturbetriebs ist. Erste erheben jetzt schon wieder den Ruf nach harten Konsequenzen. Warum bietet man Menschen, die unter dem Deckmantel des Asylrechts nach Deutschland kommen, hier eine große Bühne? Wann wird der Schutzstatus von Abdallah Alkhatib widerrufen? Wer hier seine Freiheit missbraucht, verdient keine Ehrung, sondern ein Flugticket nach Hause.
Wenigstns iris Berben, Matthias Schweighöfer und Daniel Buhl sind dabei
In Deutschland verlieren im Moment durchschnittlich 10.000 Menschen pro Monat ihren Arbeitsplatz. Die Probleme mit der Massenmigration sind weiterhin vielleicht eingedämmt, aber die Unfähigkeit des Bundes und der Länder, konsequent abgelehnte Asylbewerber abzuschieben – insbesondere Kriminelle, die hier schwerste Gewalttaten verübt haben –, ist erschütternd. Mehr als 100.000 Abtreibungen werden jedes Jahr in Deutschland registriert; junges Leben, Geschöpfe Gottes, die einfach ausgelöscht werden. Viele Themen würden mir einfallen für Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure in einem der bedeutendsten Filmwettbewerbe der Welt: der Berlinale. Doch was finde ich? Ein „elektrisierendes Porträt der nigerianischen Megacity Lagos“, in der „Lady“ (gespielt von Jessica Gabriel’s Ujah) mit klassischen Geschlechterrollen bricht. Denn „Lady“, eine „junge, androgyn wirkende Frau“, die sich als eine der wenigen Taxifahrerinnen in der hyper-maskulinen Welt von Lagos durchsetzt, spart eisern jeden Naira, um aus der chaotischen Metropole in die Küstenstadt Freetown (Sierra Leone) fliehen zu können. Und dann, ganz wichtig, taucht plötzlich ihre Freundin „Pinky“ auf, um sie in die glitzernde, gefährliche Welt der Nachtclub-Szene einzuführen. Und klar, sie ist ja Taxifahrerin: „Lady“ fährt dann mit ihrem Auto „eine Gruppe schillernder Sexarbeiterinnen durch die Nacht“. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch Kultur ist nur Kultur, wenn sie frei ist. Maler sollen Bilder malen, wie und was sie wollen, Theaterregisseure können absurdeste Stoffe inszenieren und natürlich dürfen Filmemacher auch das Vortragen nepalesischer Hirtenlyrik in einem achtstündigen Dokudrama verarbeiten. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass normale Menschen sich das dann auch antun! Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden unter der Leitung der neuen Intendantin Tricia Tuttle statt, die sich erkennbar bemüht hat, den Rythmus der Stadt aufzugreifen. Die Aufmerksamkeit zum Start gehört traditionell der „Berlin Opening Night“. In diesem Jahr fand die exklusive Sause im SO/ Berlin Das Stue statt. Das ehemalige dänische Botschaftsgebäude am Tiergarten bot eine perfekte Kulisse für eine Nacht, in der Diskretion und Extravaganz zusammen passten. Auf dem roten Teppich vor dem Hotel die traditionelle Show der Filmstars: Michelle Yeoh, die in diesem Jahr mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, Hollywood-Größen wie Neil Patrick Harris, Pamela Anderson und ein gut gelaunter Channing Tatum für internationales Flair. Und unsere heimischen Top-Namen waren natürlich dabei: Iris Berben, Daniel Brühl und Matthias Schweighöfer. In der Sektion Berlinale Special zog vor allem die Horrorkomödie „Die Blutgräfin“ von Ulrike Ottinger das Publikum an. Isabelle Huppert spielt eine exzentrische Adelige, die zwischen Splatter und High-Fashion wandelt. Wer schnappt sich nun den Bären? Die internationale Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders hat keine leichte Aufgabe. Während früher oft große politische Parabeln dominierten, geht es dieses Jahr – na klar – um Identität (nicht die deutsche, versteht sich), Familie und das Aufbrechen alter Rollenbilder. Und natürlich, ich hätte sonst etwas vermisst, gibt es das queere Gefängnisdrama „Animol“: „Mit seiner rohen, aber zärtlichen Erzählweise über Liebe unter widrigsten Bedingungen“ gilt es als heißester Anwärter auf den Goldenen Bären. Na dann… Der Fokus liegt bei dieser Berlinale weniger auf dem erhobenen Zeigefinger als früher. Das ist gut. Aber ob am Ende „das kraftvolle Kino aus Nigeria“, das „deutsche Rollenspiel-Drama“ oder das „queere Gefängnis-Epos“ gewinnt, ist mir persönlich völlig schnuppe.
„Viele von Ihnen werden schon einmal von ‚Pizzagate‘ gehört haben und vermutlich automatisch irgendetwas mit Hillary Clinton assoziieren. Heute Morgen schnitt eine lange aktive Leserin meines Blogs das Thema im Zusammenhang mit dem Fall Epstein an. Ich hatte noch im Hinterkopf, dass es da irgendwas mit gefangenen Kindern und Kinderpornografie gegeben haben soll. Es erschien mir von Anfang an so absurd, dass ich mich nie wirklich damit beschäftigt habe. Aber heute Morgen fühlte ich mich getriggert und habe mal bisschen recherchiert. Hier die ganze Geschichte von ‚Pizzagate‘:
Im Grunde fügt sich das zusammen wie ein Drehbuch für einen schlechten C-Movie der ganz billigen Art.
Eine mächtige Elite – was sonst? – betreibt im Keller einer Pizzeria in Washington D.C., der amerikanischen Bundeshauptstadt, einen Kinderhändlerring. Bitte lesen Sie es noch mal: Die mächtige Elite der USA betreibt also im Keller einer Pizzeria einen Kinderhändlerring. Im Grunde könnte man hier aufhören, so komplett absurd ist das, aber Millionen Menschen rund um den Planeten sind überzeugt von dieser Gruselschmonzette. Und fast wäre es wegen dieser frei erfundenen Geschichte zu einem Blutbad gekommen. Aber der Reihe nach…
Alles begann im Herbst 2016, mitten im US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton. Die Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichte damals kurz vor der Wahl tausende private E-Mails von John Podesta, dem Wahlkampfmanager von Clinton. Wer nach Staatsgeheimnissen suchte, wurde enttäuscht – die Mails handelten meist von Terminabsprachen und Abendessen.
Doch auf Imageboards wie 4chan und 8chan begannen Hobby-Detektive, die Texte der Mails nach ‚verdächtigen Mustern‘ zu durchsuchen. Kurz zur Erklärung: Ein Imageboard ist die versteckte Form eines Internetforums, in dem das anonyme Teilen von Bildern im Vordergrund steht. Es unterscheidet sich sehr deutlich von den Ihnen bekannten sozialen Netzwerken wie Facebook, Insta und so weiter.
Also, die Hobby-Aufdecker stellten fest, dass in den Mails des Clinton-Stabs ungewöhnlich häufig der Begriff ‚Pizza‘ vorkam. Fast müsste man lachen, denn wenn sich Politiker und ihre Mitarbeiter mittags oder abends zum Essen verabreden – ja, dann ist es bei der amerikanischen Esskultur nicht auszuschließen, dass man da häufig Pizza bestellt oder sich in einer Pizzeria verabredet. Comprende?
Doch ‚Pizza‘, so raunt man im Internet, sei ein ‚Codewort‘ für kleine Mädchen, und wohl aus Gender-Gründen dichtet man sich gleich noch zusammen, dass der ‚Hotdog‘ für kleine Jungen stehe.
Das Ziel der Kampagne war natürlich Hillary Clinton persönlich, ehemalige US-Außenministerin und Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton. Besonders ‚Slick Willie‘ bot sich als Ziel geradezu an, denn unvergessen sind seine Sex-Affäre mit einer Praktikantin des Weißen Hauses und seine Lügen dazu. Aber er kandidierte eben nicht, sondern seine inzwischen auch verhasste Ehefrau. Nicht wenige politische Beobachter meinen bis heute, die Präsidentschaftswahl zwischen Trump und Clinton sei wie eine ‚Wahl zwischen Pest und Cholera‘ gewesen. Trump habe nur gewonnen, weil Hillary noch unbeliebter war.
Aber sich die Außenministerin der Vereinigten Staaten vorzustellen, wie sie heimlich eine Pizzabude in D.C. eröffnet und im Keller Kinderpornos vertickt – dazu muss man mehr Fantasie haben, als den ‚Herrn der Ringe‘ von Tolkien für einen Dokumentarfilm zu halten.
Warum sollte eine der mächtigsten Frauen der Welt, die unter ständiger Begleitung von Bodyguards des Secret Service steht, so etwas in einer öffentlichen Pizzeria tun? Für die ‚Gläubigen‘ dieser Geschichte allerdings spielte Logik keine Rolle. Die Monströsität der angeblichen Verbrechen ist für sie nur ein weiterer Beweis, wie ‚tief‘ der Sumpf in Washington tatsächlich ist.
Die Räuberpistole von ‚Pizzagate‘ bezog sich zunächst nur auf diese eine Pizzeria mit dem sehr italienischen Namen ‚Comet Ping Pong‘.
Am 4. Dezember 2016 erreichte der Wahnsinn dann einen vorläufigen Höhepunkt
Donald Trump war bereits seit Wochen ‚President-elect‘, als der 28-jährige Edgar Maddison Welch, ein Familienvater aus North Carolina, mit einem AR-15-Gewehr in sein Auto stieg und nach Washington fuhr. Seine Mission: die Kinder ‚retten‘, von denen er im Internet gelesen hatte. Er stürmte das ‚Comet Ping Pong‘-Restaurant, bedrohte die Gäste – es hätten ja heimlich auch ‚Reptiloiden‘ darunter sein können – und gab Schüsse ab, um verschlossene Türen aufzubrechen. Er suchte zunehmend verzweifelt nach dem Eingang zum Keller der Pizzeria. Und musste aufgeben, denn das Gebäude steht auf einer Betonplatte. Es gab keinen Keller, keine gefangenen Kinder, keine geheimen Gänge. Einfach gar nichts. Nur Mehl und Tomatensauce im Hinterraum der Küche und verstörte Angestellte.
Welch wurde verhaftet. Gut so, ich hoffe, er hat einen guten Therapeuten
Die Geschichte ist natürlich damit nicht zu Ende. Denn Fakten haben Leute noch nie gestört, die etwas unbedingt glauben wollen. Und in dieser Situation betrat ein neuer anonymer Spinner die Bühne: ‚QAnon‘. Der verbreitete die nächste Gruselgeschichte. Angeblich sei er ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter. Und er berichtete von einem weltweiten ‚Deep State‘ (Tiefen Staat), der Kinder entführte, um aus ihrem Blut eine Verjüngungsdroge (Adrenochrom) zu gewinnen.
Auch das bitte zwei Mal lesen! Holen Sie sich was zu trinken, aber bitte kein Blut!
Im Grunde könnte man über all das lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Die Betreiber des ‚Comet Ping Pong‘ erhielten noch über Jahre hinweg Morddrohungen. Und nicht nur der Pizzeria-Keller ist frei erfunden, sondern natürlich gibt es keinen clintonschen Kinderhandel, wo man Blut zapft. Es gibt nicht den kleinsten Beleg dafür, dass irgendwas an diesen Geschichten auch nur wahr sein könnte. Aber in den Echokammern des weltweiten Netzes kann der größte Schwachsinn zu einer ernsten Gefahr werden. Denn die nächste dunkle Weltverschwörung ist nur noch einen Mausklick entfernt…“
   
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