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Nachteile für den Mittelstand

Schleichender Souveränitätsverlust: Wie Brüssel unsere Banken und Sparkassen übernimmt

RED
Die mächtige Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt/M.
In einer Zeit, in der nationale Souveränität zunehmend unter Druck gerät, bestätigt die Bundesregierung nun offiziell: Die Kontrolle über deutsche Banken wandert unaufhaltsam nach Brüssel. Die EU-Bankenunion entreisst Berlin die Hoheit über die Finanzinstitute. Ein Verlust, der nicht nur unser privates Geld betrifft, sondern die Grundpfeiler unserer Wirtschaft und lokalen Strukturen bedroht. Konservative Werte wie dezentrale Entscheidungen und regionale Verankerung stehen auf dem Spiel.
Die Fakten dazu stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Hauke Finger. Der Finanzpolitiker hat damit schwarz auf weiß, was viele schon länger ahnten, aber nur wenige thematisieren: Bereits 27 „bedeutende“ deutsche Banken unterstehen nicht mehr primär der nationalen Aufsicht durch BaFin und Bundesbank, sondern direkt der Europäischen Zentralbank (EZB).
Zwar werden die deutschen Behörden noch konsultiert, doch die finale Entscheidung trifft die EZB – strikt nach EU-Recht. „Deutschland hat einen Teil seiner finalen Entscheidungsbefugnisse an die EU übergeben“, kritisiert Finger gegenüber Journalisten. Er warnt vor „unnötig komplizierten und langsamen supranationalen Prozessen“, die zu „vermeidbaren wirtschaftlichen Schäden“ führen könnten.
Die Wurzeln dieses Machttransfers reichen zurück zur Finanzkrise 2008
Damals entstand die EU-Bankenunion mit ihrem einheitlichen Regelwerk, dem Single Supervisory Mechanism (SSM) und dem Single Resolution Mechanism (SRM). Diese EU-Verordnungen haben nationale Kompetenzen unwiderruflich abgetreten – eine dauerhafte Entmachtung des Nationalstaats, die die Bundesregierung als „Fortschritt“ verkauft. Doch die Realität ist ernüchternd: Parlamentarische Kontrolle beschränkt sich auf bloße Informationsrechte, Berichte und Anhörungen. Abgeordnete dürfen fragen und zuhören, aber nicht mehr steuern. Finger fordert Klarheit: „Unter welchen Voraussetzungen sieht die Bundesregierung eine Rückführung von Aufsichts- und Abwicklungsbefugnissen an die nationalen Behörden als möglich an?“ Eine präzise Antwort? Fehlanzeige.
Alarmierend ist das „Single Rulebook“, ein einheitliches Regelwerk, das von der EZB und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) durchgesetzt wird.
Es gilt für alle Institute, einschließlich der über 1.000 „weniger bedeutenden“ Banken in Deutschland, darunter viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die Bundesregierung preist die Einheitlichkeit als Vorteil, doch Finger sieht eine Bedrohung für die Vielfalt: Lokale Besonderheiten werden zu Störfaktoren in einem System, das primär für globale Konzerne entwickelt wurde. „Inwiefern bestehen Risiken, dass europäisch einheitliche Abwicklungsregeln nationale Beschäftigungs- oder Regionalinteressen unzureichend berücksichtigen?“,  will Finger wissen – und das zurecht.
Der Druck auf regionale Institute wächst: Die Vereinheitlichung zwingt bewährte Modelle in ein EU-Raster, das auf internationale, kapitalmarktorientierte Strukturen ausgelegt ist. Finger befürchtet massive Nachteile für den Mittelstand, etwa bei der Kreditvergabe durch lokale Banken. Globale Maßstäbe könnten hier die Flexibilität rauben, die die deutsche Wirtschaft stark macht.
Über allem droht zudem die Europäische Einlagensicherung (EDIS)
Obwohl derzeit keine Verhandlungen laufen und die Bundesregierung ablehnt, welche zu beginnen, könnte sich das in Brüssel bald ändern. Eine EU-weite Haftung würde bedeuten, dass deutsche Sparer für Fehler in anderen Ländern aufkommen müssen – ein Szenario, das nationale Strukturen zerstören könnte. Die Bankenunion ist ein Musterbeispiel für den schleichenden Souveränitätsverlust in der EU: Einheitliche Regeln stabilisieren scheinbar, bedrohen aber in Wahrheit regionale Stabilität und nationale Kontrolle.
Hauke Finger appelliert: Es sei Zeit zu handeln, echte Souveränität zu fördern und zu verhindern, dass unsere Sparkassen zur Ausnahme im eigenen Land werden. Nur so sei zu bewahren, was Deutschland stark gemacht habe: lokale Wurzeln statt Zentralstaat in Brüssel.

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Klaus Kelle, Chefredakteur