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Alnatura, Werder und Born ganz vorn

Unser Kulturgut Ketchup wurde in China erfunden: Und Marken aus Ostdeutschland erfreuen sich (zurecht) starker Nachfrage

RED
Alles, was in einen guten Tomatenketchup gehört…
Wer meint, Ketchup sei eine typisch amerikanische Erfindung, der ist auf den Holzweg. Denn der Ursprung liegt im China des 17. Jahrhunderts. Dort kannte man eine würzige Sauce aus fermentiertem Fisch und Gewürzen namens „Kê-tsiap“. Britische Seefahrer brachten das Rezept im 18. Jahrhundert nach Europa mit, wo man händeringend versuchte, diesen Geschmack irgendwie  zu kopieren – zunächst mit Pilzen, Walnüssen oder Austern. Aber dann kam die Tomate ins Spiel…
Das erste bekannte Rezept für Tomatenketchup veröffentlichte dann – na endlich – der amerikanische Gartenbau-Wissenschaftler James Measeim Jahr 1812. Den weltweiten Siegeszug verdanken wir jedoch vor allem, Sie ahnen es, Henry John Heinz, der 1876 begann, Ketchup industriell zu produzieren. Sein Geniestreich: Er verzichtete auf chemische Konservierungsstoffe und setzte stattdessen auf viel Essig und Zucker sowie die heute ikonische Glasflasche, um die Reinheit des Produkts zu zeigen.
Wozu isst man Ketchup überhaupt?
Die klassische Antwort: Pommes Frites und Burger. Doch Ketchup ist in der modernen Küche längst ein Allrounder. Er dient als Basis für BBQ-Saucen, verfeinert Fleischgerichte oder auch als wichtige Zutat in der Bolognese, um die Säure der Tomaten mit Süße auszubalancieren.
Längst ist Ketchup auch eine Frage des Lifestyles. Während die einen auf die klassische Squeeze-Flasche beim Grillabend setzen, zelebrieren Foodies den „Craft-Ketchup“. Hier geht es um handwerkliche Herstellung, regionale Tomaten und den Verzicht auf Industriezucker. Ketchup zu essen ist heute ein echtes Statement: Wer zur Bio-Glasflasche greift, zeigt Bewusstsein für Qualität und Tradition; wer die Curry-Variante wählt, sucht den schnellen Kick des „Streetfoods“.
Was macht also einen richtig guten Ketchup aus?
Die Stiftung Warentest und Profiköche wissen es: Ein guter Ketchup sollte einen hohen Anteil an Tomatenmark haben (mindestens 70 Prozent oder einen hohen Lycopin-Wert im Labor). Er muss sämig und glänzend Und seine Süße darf die Fruchtigkeit der Tomate nicht erschlagen. 
Ganz einfach, oder?
Gerade erst hat die Stiftung Warentest die Ergbnisse ihrer neuen Studie zum Ketchup-Genuss vorgestellt. Mit spannenden, teils überraschenden Ergebnissen. Die Top-Marken:
  • Alnatura Tomaten Ketchup: Ein Dauersieger im Bio-Segment mit sehr hohem Tomatenanteil.   
  • Werder Tomaten Ketchup: Der Liebling aus dem Osten mit einer hervorragenden Konsistenz und der Note „Gut“ (2,1). 
  • Born Tomatenketchup: Ein Geheimtipp aus Thüringen, der im Geschmackstest 2026 sogar die Traumnote 1,0 für seine Sensorik abräumte.
  • Penny (Echt Gut) & Lidl (Kania): Discounter-Marken beweisen regelmäßig, dass man für unter einen Euro Spitzenqualität (Note „Gut“) bekommen kann.

Zu den Verlierern zählt ausgerechnet der Marktführer Heinz Tomato Ketchup…

Die Warentester kritisieren den extrem hohen Zuckergehalt, der den Eigengeschmack der Tomate überdeckt. In einigen Chargen wurden sogar Schimmelpilzgifte (Alternariatoxine) nachgewiesen, was auf die Verarbeitung von nicht einwandfreien Tomaten hindeutet. Das führte bei Heinz und auch beim speziellen „Kinder-Ketchup“ zu deutlichen Abwertungen.

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Klaus Kelle, Chefredakteur