Feb. 23, 2026
Endet die Banalisierung des katholischen Glaubens in Deutschland?
Die Bischöfe treffen sich und verabschieden Herrn Bätzing – gut so!
Die Deutsche Bischofskonferenz tritt heute in Würzburg zusammen, und das katholische Deutschland darf sich über eine gute Nachricht freuen. Nach sechs Jahren im Amt wird der Vorsitzende der DBK, Herr Bätzing, nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen.
Er habe „reiflich überlegt“ – und das finde ich gut. Denn Herr Bätzing ist für die katholische Kirche in Deutschland so etwas, wie Frau Merkel für die CDU gewesen und ein bisschen heute noch ist: ein ständiger Unruhestifter und Spaltpilz.
Zugegeben, ein bisschen Unruhe tut jeder Großorganisation gut. Zeiten ändern sich, Überzeug…
Feb. 18, 2026
Hungrig werden nach Gott, nicht nach Brot
Heute beginnt die 40-tägige Fastenzeit: Warum sie für Christen sehr viel mehr ist als eine Diät
Gehören Sie, wie ich auch, zu denen, die sich jedes Jahr vornehmen, im nächsten Jahr zu fasten? Also nicht nur ein bisschen oder mit Belanglosigkeiten, sondern richtig, so dass Sie den Verzicht auch spüren? Also mal konkret zum Beispiel bei mir: Nach dem Herzinfarkt 2016 habe ich aufgehört zu rauchen, was ich aus Gründen des Selbstschutzes auch durchziehe. Wenn dann die Fastenzeit beginnt und ich erzähle in meinem Freundeskreis, ich faste, indem ich 40 Tage nicht rauche, dann ist das nicht das, was mit Fastenzeit gemeint ist.
Vielleicht beginnen wir also mal ganz von vorn, wobei ich nich…
Feb. 13, 2026
Die „betenden Krieger“: Vor 900 Jahren begann der Aufstieg der Templer zum Finanz- und Militärimperium
Es war heute vor fast 900 Jahren, am 13. Februar 1129, als der Templerorden auf dem Konzil von Troyes praktisch vollendet wurde. Als kleine Schutztruppe für Pilger im Heiligen Land gestartet, stieg er im Mittelalter zu einer militärischen und geistlichen Eliteeinheit der Christenheit auf, die als „betende Krieger“ in die Geschichte einging und unvergessen bleiben wird.
Dass eine Gruppe bewaffneter Männer die päpstliche Anerkennung erhielt, ist dabei einem beharrlichen Mann zu verdanken: Bernhard von Clairvaux.
Er stand damals vor einer theologischen Herausforderung: Wie ist das Töten im…
Jan. 12, 2026
Mit seiner Rede zu Medien und zur Freiheit entlarvt Papst Leo XIV. die bischöfliche Doppelmoral in Deutschland
Es war schon ein Paukenschlag zum Jahresauftakt, als Papst Leo XIV. die beim Vatikan akkreditierten Diplomaten empfing. Eigentlich erwartet man bei so etwas in der feierlichen Atmosphäre der Sala Regia diplomatische Floskeln und anständiges Finger-Food (für alle, die Anglizismus ablehnen: anständige Häppchen).
Aber Papst Leo hatte anderes im Sinn. Seine Neujahrsansprache entwickelte sich schnell zu einer scharfen Abrechnung mit der politischen Kultur des Westens und zu einer grundsätzlichen Verteidigung der Meinungsfreiheit.
In Wortwahl und Stil anders als US-Vize Vance vergangene…
Dez. 28, 2025
Nicht des Sex ist das Problem, sondern die Entwürdigung
Die Katholiken und der Sex
Wir leben in allen traditionell „westlichen“ Gesellschaften und darüber hinaus in einer stark auf Sexualität fixierten Zeit. Das ist eine rein faktische Feststellung und hat zunächst einmal gar nichts mit Wertung zu tun. Aber wenn es stimmt, dass das späte 19. Jahrhundert prüde und verklemmt war, dann ist jedenfalls das frühe 21. wohl sexbesessen und geradezu genital fixiert.
Man kann die Anfänge dieser Fixiertheit bis zur sog. „sexuellen Revolution“ Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen, auch wenn tiefere Ursachen sicher weiter zurückreichen. Das Phänomen ist in der Men…
Dez. 26, 2025
Aus „sündigen Kriegern“ wurden „heilige Kämpfer“
„Gott will es!“ – Der Erste Kreuzzug legte den Grundstein für die Geburt der Tempelritter
Es war ein kühler Novembertag im Jahr 1095, als in der französischen Stadt Clermont die Geschichte des Abendlandes eine radikale Wendung erfuhr. Auf einer weiten Wiese vor den Toren der Stadt versammelten sich Tausende – Adlige, einfache Bauern, Geistliche und Abenteurer –, die gekommen waren, um Papst Urban II zu hören.
Doch sie wollten das nicht einfach nur aus Neugier, sondern weil sie die blutige Vorgeschichte kannten und hören wollten, was das Oberhaut der Christenheit nun zu tun gedenke.
Denn das 11. Jahrhundert war eine Ära des Umbruchs
Im Osten war das einst mächtige Byzantin…
Dez. 15, 2025
Hexenverbrnnungen waren heidnischer Aberglaube
Total patriarchalisch? Warum Frauen in der Katholischen Kirche seit jeher eine herausragende Rolle spielen
Sind Christentum und Kirche nicht zutiefst „frauenfeindlich“? Und wenn sie auch noch so wohlwollend reden…? Herrscht nicht vor allem unter Katholiken irgendwie „misogynes“ oder „patriarchalisches“ Denken vor? Da muss doch was dran sein, schon weil solche Redensarten auch in kirchlichen Kreisen zu hören sind…
Seit 50 Jahren gibt es sogar eine „feministische Theologie“ – doch wohl, weil das Christentum insgesamt eine weltanschauliche Säuberung braucht, oder? Die Kirche hat wohl noch immer nicht die Lehren der Aufklärung verinnerlicht…
Zu wenig aufgeklärt?
Interessanterweise ist dieser…
Dez. 7, 2025
Vor 176 Jahren veröffentlichte der Papst „Nostis et nobiscump“
Das ist der erste Papst, der den Sozialismus als eine „gefährliche Pest“ bezeichnete
Wir leben in Zeiten, in denen Teile des deutschen Protestantismus mit dem Gedanken liebäugeln, Jesus Christus und seine Lehre könnten die legitimen Vorreiter des Sozialismus gewesen sein.
Auf den ersten Blick könnten Progressive dem tatsächlich etwas abgewinnen, denn Jesus identifizierte sich stark mit den Armen, Kranken und Unterdrückten. Passagen wie in Matthäus 25, in denen er sich mit den Geringsten identifiziert („Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“), gelten als Grundpfeiler der Ideologie eines angeblichen christlichen Sozialismus.
Und war…
Okt. 11, 2025
Leidenschaftlicher Weckruf gegen Lauheit und Gleichgültigkeit
Auf der Seite der Armen: Papst Leos erstes Lehrschreiben setzt auf Kontinuität – und überrascht
Das erste offizielle Lehrschreiben von Papst Leo XIV. behandelt ein zentrales Thema der Christenheit: gelebte Nächstenliebe und Zuwendung zu den Armen. Es hat die Form einer „Apostolischen Exhortation“ (quasi eine Art päpstlicher Weckruf), ist also weniger eine gelehrte theologische Abhandlung, als ein Aufruf an das ganze „Gottesvolk“, an alle Gläubigen weltweit. Es dient in erster Linie der Schärfung des Bewusstseins für ein zentrales Problem nicht nur unserer Zeit, sondern der Menschheit insgesamt.
Öffentlich vorgestellt wurde das Schreiben in Rom am 9. Oktober. Unterschrieben hat es der…