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„Frische Grillhaxe“? Gibt’s nicht mehr mittags…Sonnentage in Bayern

KLAUS KELLE

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

Ich hoffe, Sie sind alle gut in den 1. Mai gekommen und hatten Zeit, mit Ihren Lieben das herrliche Frühlingswetter zu genießen.

Wir waren in Bayern eingeladen zum 60. Geburtstag eines wunderbaren langjährigen Freundes und haben das verlängerte Wochenende genutzt, um aus dem Berliner Alltag ein bisschen runterzukommen, auszuschlafen und das ein oder andere Helle zu trinken, im Garten des Klosters Roggenburg herumzuschlendern, am Ammersee bayerisches Brauchtum mit Blasmusik zu erleben und gute Freunde zu treffen.

Ich wiederhole mich sicher und bitte Sie um Nachsicht, aber wenn ich hier bin, muss ich immer wieder an den schönen Satz denken: „Wer in Bayern leben darf und nicht CSU wählt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Zugegeben, eigentlich hat das der große Karl Lagerfeld mal gesagt, als er über die Jogginghosenträger im Stadtbild ätzte, doch das mit Bayern und der CSU war mir damals vor fast 40 Jahren schon in den Sinn gekommen, als ich zum ersten Mal im Unterallgäu lebte.

Ich weiß noch, dass mir das einfiel, als ich damals mit dem Kinderwagen sonntags unterwegs war, an all den schmucken Einfamilienhäusern vorbeischlenderte mit den gepflegten Vorgärten und über allem der kräftig blaue Himmel und strahlender Sonnenschein. So ähnlich muss das Paradies aussehen, dachte ich damals, und hier – na klar – MUSS man auch die CSU wählen, also die Partei, die hier seit 1949 die dominierende Rolle spielt und dafür gesorgt hat, dass aus einem Agrarland ein High-Tech-Standort wurde, wirtschaftlich und sportlich höchst erfolgreich – auch international.

Bevor Sie denken, der Kelle schwelgt mal wieder in Superlativen…

Ich mag es wirklich sehr, hier zu sein. Neudeutsch würde ich sagen: Wenn man aus dem rastlosen Berlin kommt, dann entschleunigt Bayern die Seele ungemein.

Man kommt schnell runter, und wenn man vor einem Eisbecher am Springbrunnen sitzt und im Hintergrund die mächtigen Alpen sieht, das hat was.

Natürlich hat das nicht die CSU gemacht, sondern erstmal der Herrgott. Aber die CSU hat es organisiert. Kein Wunder, dass die Schwarzen hier seit Jahrzehnten durchgehend immer wieder gewählt wurden und werden.

Alfons Goppel, Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber – das sind Namen für die Ewigkeit. Und zur historischen Wahrheit gehört auch, dass es in den 50er Jahren mit Wilhelm Hoegner auch einen SPD-Ministerpräsidenten gab, den man bis heute den „Vater der bayerischen Verfassung“ nennt. Was der wohl denken würde, wenn er heute Herrn Klingbeil und Frau Bas erleben müsste?

Aber auch Bayern ist nicht nur Oktoberfest und blau-weißer Himmel

Viele der Ureinwohner hadern damit, wie sich Bayern verändert hat in den vergangenen Jahren, vor allem durch „die Zugezogenen“. Und damit meinen sie nicht nur unsere Gäste aus allen Teilen der (islamischen) Welt, die Frau Merkel einst einlud, ohne jemanden zu fragen. Sie meinen auch all die Menschen aus Nord- und Ostdeutschland oder NRW, die in den Freistaat gezogen sind, einfach weil es hier sauschön ist.

Und so wählt der Bayer dann auch, wie er wählt. Die AfD ist hier stark wie inzwischen überall in Deutschland. Nicht so stark wie im Osten, aber stark – nicht wegen, sondern trotz ihres bisweilen kruden Führungspersonals. Aber für fast 20 Prozent reicht es dennoch. Und da sind auch noch die Freien Wähler, in Bayern so etwas wie eine CSU für diejenigen, die so denken, aber nicht CSU ankreuzen wollen. Warum auch immer…

Früher gab es hier auch noch eine FDP, die Älteren von Ihnen werden sich erinnern. Die SPD-Sozis waren immer schwach, außer in den Großstädten. Aber mit der Abwahl des Münchner OB Dieter Reiter, der sich nebenbei auch mal 90.000 Euro vom FC Bayern zustecken ließ, dürfte das im Freistaat nun auch vorbei sein. Neuer Chef im Rathaus ist Dominik Krause. Ein Grüner.

Grüne in Bayern – das hat mir mein lieber Freund Alex von der CSU erklärt –, das sind die, die aus wohlhabendem CSU-Elternhaus stammen, mit dem SUV zum Bioladen fahren, um teuer einzukaufen, fünfmal im Jahr mit der Familie irgendwohin in die Welt fliegen, um auszuspannen. Und wenn sie wieder heimkommen, dann wählten sie, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, die Grünen.

So wie es zuletzt in Landsberg am Lech passierte

Dort regierten CSU-Landräte seit dem Zweiten Weltkrieg durchgehend, bis Daniela Groß jetzt am 1. Mai die Amtsgeschäfte übernahm – eine Grüne, die erste grüne Landrätin in Bayern jemals. Moderne Zeiten…

Sie werden in den nächsten Tagen immer mal wieder über meine Erlebnisse in Bayern über das Wochenende etwas lesen. Denn auch bei der AfD hier gibt es spannende Entwicklungen, die unsere Leser wissen sollten.
Und der Gastwirt, bei dem wir unser müdes Haupt über das Wochenende betten durften, erzählte uns beim Frühstück empört über den Bürokratismus, der auch hier längst Einzug gehalten hat.

Einst hatte er an der B 17 vor seiner Wirtschaft mittags ein großes Schild rausgestellt, auf dem „frische Grillhaxe“ stand.

<em>„Mein Laden war immer voll“</em>, schwärmte der junge Gastronom, der das Haus von seinem Vater übernommen hat. Das Gasthaus sei mittags immer voll gewesen, nur wegen dieses Schildes an der Straße. Da kam einer vom Rathaus und untersagte das, weil es die Verkehrsteilnehmer ablenken könnte – was ja der Sinn des Ganzen war. Nun ist mittags geschlossen hier. Der Irrsinn hat auch in Bayern Fuß gefasst…

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Kelle

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Klaus Kelle, Chefredakteur