Mit seiner Rede zu Medien und zur Freiheit entlarvt Papst Leo XIV. die bischöfliche Doppelmoral in Deutschland
Es war schon ein Paukenschlag zum Jahresauftakt, als Papst Leo XIV. die beim Vatikan akkreditierten Diplomaten empfing. Eigentlich erwartet man bei so etwas in der feierlichen Atmosphäre der Sala Regia diplomatische Floskeln und anständiges Finger-Food (für alle, die Anglizismus ablehnen: anständige Häppchen).
Aber Papst Leo hatte anderes im Sinn. Seine Neujahrsansprache entwickelte sich schnell zu einer scharfen Abrechnung mit der politischen Kultur des Westens und zu einer grundsätzlichen Verteidigung der Meinungsfreiheit.
In Wortwahl und Stil anders als US-Vize Vance vergangenes Jahr bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vortrug und für kollektiven Atemstillstand bei der politischen Elite im Saal sorgte.
Das Oberhaupt der katholischen Weltkirche (1,4 Milliarden Gläubige) warnte eindringlich vor einer „orwellschen Sprache“, die neue Ausgrenzungsmechanismen schaffe. Er beklagte, dass fundamentale Rechte wie die Gewissensfreiheit durch „sogenannte neue Rechte“ verdrängt würden. Wer sich dem ideologischen Konsens der Zeit nicht beuge, so der Papst, finde sich zunehmend am Rande der Gesellschaft wieder.
Auch das macht sprachlos: Ein katholischer Papst streitet leidenschaftlich für offenen Meinungsstreit, der sich an der Wahrheit orientiert und nicht an politischer Korrektheit.
Das fand viel Lob beim Volk Gottes, und so beeilte sich Herr Bätzing von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), seine Zustimmung kundzutun.
Man bemerkt die Absicht und ist verstimmt
Denn zwischen dem päpstlichem Anspruch und der bischöflichen Wirklichkeit hierzulande besteht nicht zum ersten Mal eine tiefe Kluft.
Ein Riss, der durch Herrn Bätzings aktives Tun immer tiefer wird. Er selbst und die Mehrheit der deutschen Bischöfe betreiben seit Jahren eine Agenda der Protestantisierung der katholischen Kirche in Deutschland. Sie praktizieren genau die Art von Ausgrenzung, vor der Papst Leo XIV. jetzt warnte.
Seit 2024 ist es das erklärte Ziel der DBK unter Bätzings Führung, die AfD und ihre Anhänger nicht nur politisch zu bekämpfen, sondern sie moralisch aus dem kirchlichen Leben zu exkommunizieren. Mit einem Unvereinbarkeitsbeschluss der Bischöfe wurde sogar das Instrument geschaffen, um AfD-Mitglieder von der aktiven Teilhabe in den Gemeinden auszuschließen.
Anders formuliert: Der Papst fordert den Schutz der Gewissensfreiheit und die Achtung vor dem „Anderen“, auch wenn dieser unbequeme Wahrheiten ausspricht und sich gegen den Zeitgeist stellt. Herr Bätzing hingegen zieht eine „Brandmauer“ hoch, die ebenso falsch und dumm ist, wie die in der CDU.
Der Papst kritisiert eine Sprache, die Menschen ausschließt, während Bätzing und seine Mitstreiter Begriffe wie „völkischer Nationalismus“ oder „rechtsextrem“ als pauschale Kampfbegriffe heranziehen, um jeden Dialog schon im Keim zu ersticken. Es wird eine moralische Überlegenheit vorgegaukelt, die den Andersdenkenden sofort das Recht entzieht, Teil der christlichen Gemeinschaft zu sein. Und genau da ist der Widerspruch zum Pontifex in Rom, der die „semantische Mehrdeutigkeit“ als eine Waffe gegen Gegner anderer Denkrichtungen unmissverständlich verurteilt.
Bätzing dagegen nutzt das Vokabular der Demokratieverteidigung, um innerkirchliche Säuberungen anzuschieben.
Er spricht von „Werten“, meint aber die Anpassung an die vorherrschende politische Agenda. Die hat sich allerdings in Deutschland schon lange vom traditionellen christlichen Menschenbild entfernt. Wer heute in der deutschen Kirche Positionen vertritt, die vor 30 Jahren Standard waren – zum Beispiel beim Thema Lebensschutz – ist raus, wird von Bätzings Apparat schnell als „rechts“ markiert und mundtot gemacht. Und gleichzeitig legt er seine persönliche tiefe Abneigung gegen die AfD als zwingende Folge des christlichen Glaubens aus. Er missbraucht so seine Position, um seine eigene politische Richtung als die einzig legitime für Katholiken darzustellen.
Das ist jedoch exakt das, was Leo XIV. gerade in Rom einforderte: die Freiheit des Einzelnen, seinem Gewissen zu folgen, ohne Angst vor Repression durch die Mächtigen haben zu müssen!
Die Rede des Papstes zur Meinungs- und Gewissensfreiheit markiert vielleicht sogar einen Wendepunkt. Er warnt die Weltkirche und die globale Öffentlichkeit vor den Gefahren des totalitären Geistes in einer modernen Demokratie. Nicht unwahrscheinlich, dass er bei dieser Warnung – wie JD Vance in München – auch an den Umgang mit der AfD in Deutschland gedacht hat.
Herr Bätzing von der Bischofskonferenz hingegen verkörpert in seiner Person genau das Problem, das der Papst beschrieben hat: Die „Cancel Culture“, die moralischen Hochmut über das christliche Gebot des Dialogs stellt.
Es ist verlogen, die Reden des Papstes im fernen Rom zu feiern, während man zu Hause in Deutschland die Verbotskeule gegen die eigenen Schafe schwingt.
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Klaus Kelle, Chefredakteur