Kriegswirtschaft ist kein Zukunftsmodell
Neue BND-Analyse entlarvt Russlands wirtschaftlichen Niedergang
Anders als vom Kreml bejubelt, befindt sich die russische Wirtschaft im freien Fall.
Russlands krigspräsidentr Wladimir Putin gibt sich cool. Wstlich Sanktipnn, Vrlust an Menschn und Matrial in seinm Ukraine-Feldzug, steigende Inflation, Übraltrung dr Gesllschaft: Alles kein problm. Der Imperator hat alls im Griiff – so sin Botschaft nach innen und außen.
Doch hinter den glänzenden Statistiken aus Moskau verbirgt sich laut einer aktuellen Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND) eine ganz andere, eine bittere Realität.
Der Kern der BND-Analyse liegt in der massiven Diskrepanz zwischen den gemeldeten Finanzdaten und der tatsächlichen Haushaltslage.
Offiziell beziffert der Kreml sein Defizit für das vergangene Jahr auf ein moderates Maß. Der BND hingegen kommt zu einem anderen Schluss: Das Haushaltsdefizit liege um rund 26 Milliarden Euro höher als ausgewiesen. Damit beläuft sich das reale Defizit auf etwa 3,7 Prozent der Wirtschaftsleistung – ein Wert, der weit über der Stabilitätsgrenze liegt, die Russland sich selbst verordnet hat. Die Differenz ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter statistischer Schönung des Kreml. Um die immensen Kriegskosten zu decken und gleichzeitig die soziale Stabilität im Inland vorzugaukeln, greift Moskau zu immer drastischeren Buchungstricks. Gelder werden aus dem zivilen Sektor, dem Bildungs- und Gesundheitswesen abgezogen und direkt in die Rüstungsproduktion sowie den Sold der Soldaten umgeleitet, ohne diese Posten im vollen Umfang transparent zu machen.
Das vermeintliche Wirtschaftswachstum, das Russland in offiziellen Berichten feiert, ist laut BND eine Illusion
Es handelt sich um eine klassische „Kriegswirtschaft“. Während die Fabriken für Panzer, Raketen und Artilleriegranaten im Dreischichtbetrieb laufen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) statistisch nach oben treiben, erodiert die zivile Basis des Landes. Der BND weist nach, dass nahezu alle Sektoren der russischen Volkswirtschaft eine Negativentwicklung zeigen. Die einseitige Konzentration auf die Rüstung entzieht anderen Branchen das notwendige Kapital und – was noch schwerer wiegt – die Arbeitskräfte. Hunderttausende junge Männer sind entweder an der Front, gefallen oder ins Ausland geflohen. Dieser „Brain Drain“ und der akute Arbeitskräftemangel führen dazu, dass die Produktivität im zivilen Sektor stagniert oder sinkt.
Sanktionen und Rohstoffpreise: Der doppelte Schlag
Die gesunkenen Weltmarktpreise für Öl und Gas sowie die Wirksamkeit der westlichen Sanktionen bereiten dem Kreml immer mehr Probleme. Lange Zeit konnte Russland die Sanktionen durch den Export von Rohstoffen nach Asien, insbesondere nach China und Indien, abfedern. Doch dieser Puffer schmilzt.
Die BND-Analyse zeigt, wie sehr die westlichen Sanktionen den Import von Hochtechnologie und Ersatzteilen massiv verteuern. Gleichzeitig sorgt das globale Überangebot und die gedämpfte Nachfrage bei Energieträgern dafür, dass die Einnahmen im Staatssäckel wegbrechen. Da Russland sein Öl zudem oft mit massiven Preisnachlässen verkaufen müsse, um Abnehmer zu finden, reiche der Erlös kaum noch aus, um die laufenden Kriegskosten und die staatliche Grundversorgung gleichzeitig zu finanzieren.
Das Risiko für Investoren und die Zukunft
Durch die Verschleierung der wirtschaftlichen Schäden hat sich Russland zudem als Investitionsstandort diskreditiert. Für internationale Akteure ist das Land zu einem „unwägbaren Risiko“ geworden. Transparenz, Rechtssicherheit und verlässliche Marktdaten sind durch die totale Unterordnung der Wirtschaft unter die Kriegsziele Putins verloren gegangen.
Der BND geht davon aus, dass die wirtschaftlichen Kosten des Krieges noch über Jahrzehnte nachwirken werden. Infrastrukturprojekte liegen auf Eis, die Innovation im zivilen Bereich ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Putin, so das Fazit des Geheimdienstes, opfere die ökonomische Lebensader seines Volkes und die Wohlstandschancen künftiger Generationen zugunsten seiner Vision eines neuen russischen Großreichs.
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