Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Die Selbstbeweihräucherung des amerikanischen Präsidenten gestern Nachmittag in Mar-a-Lago hat meine Geduld – und sicher auch die von vielen von Ihnen – schon arg strapaziert. Aber so ist er halt, und so sind viele Amis. Aber ich nehme ihnen das auch nicht übel, wenn man die Nummer 1 auf dem Planeten ist, dann darf man damit auch mal protzen, finde ich.
Militärisch war das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine brillante Operation.
Ich neige dazu, die Schilderung des Luftwaffengenerals Dan Caine, der die Operation in Caracas vorbereitete und leitete, ernst zu nehmen.
Wochenlang vorbereitet und trainiert, Einsatz von Marines, Deltas, Luftwaffe, Truppen auf dem Boden für alle Eventualitäten, dann mit Hubschraubern unter dem Radar durch, Soldaten abseilen, ins Haus – Gegebenheiten im Gebäude waren den Kämpfern im Detail bekannt – per Knopfdruck in Caracas den Strom abgeschaltet, mit anderem Knopf die Telekommunikation komplett ausgeschaltet. Und dann rein, das Ehepaar Maduro im Bett geweckt, Rechte vorgelesen, verhaftet. Dann alle raus in die Hubschrauber und ab nach Hause.
Ganz ehrlich, ich würde den Amis zutrauen, dass sie am Hubschrauber-Landeplatz Cola-Automaten aufgestellt und frische Burger an die Jungs und Mädchen in Uniform verteilt haben.
Währenddessen mehr als 100 moderne Kampfflugzeuge und zahlreiche Drohnen in der Luft, damit nichts anbrennt, vorbereitet auf jedes denkbare Szenario. Verlust an Menschen und Material auf Seiten der Amerikaner: NULL!
Die Maduros werden vermutlich für den Rest ihres Lebens in anderen Betten ohne Seidenbezüge schlafen müssen. Von mir aus auch noch möglichst viele Jahre. Dem Mann, der sein – an sich reiches – Land ins Elend geführt und zugeschaut hat, wie große Teile der Bevölkerung verarmen, weine ich ganz sicher keine Träne nach.
Natürlich war die Aktion ein Bruch des Völkerrechts
Haben wir zur Kenntnis genommen.
Trotzdem verbittet sich darüber hinaus jeder Vergleich mit Putins sogenannter „Spezialoperation“ in der Ukraine! Können Sie sich noch an die 60 Kilometer lange russische Panzerkolonne auf der Autobahn nach Kiew erinnern im Februar 2022? Putin glaubte ja, man fährt da eben mal rein und nimmt Selenskyj aus dem Spiel und ersetzt ihn durch irgendeine Kreml-Marionette. Seit vier Jahren hängen die da aber inzwischen fest, Hunderttausende Tote auf beiden Seiten sind zu beklagen, und sie feiern jedes zerstörte Klohäuschen im Donbass. Siegen werden sie dort nie.
Und dann schauen Sie auf die Aktion der Amis vor ein paar Stunden!
Schnell, präzise, alle Ziele erreicht. Fertig! Das wichtigste Ergebnis überhaupt ist die Vorführstunde für die ganze Welt. Von wegen, die USA danken ab und bald geben Russland und China den Ton global an.
Ich bin sehr sicher, dass man die Botschaft aus Venezuela in der vergangenen Nacht in Peking genau analysiert hat. Es war ja nicht der Beginn eines echten Krieges, es war eine kurze Spezialoperation, die gezeigt hat, was die Amis alles können. Und Russland? Irrelevant. Die haben vergangenes Jahr ihren einzigen Flugzugträger verschrottet. Regionalmacht? Sie sind nicht mal das.
Sie konnten den syrischen Verbündeten gegen den IS nicht helfen, sie ließen Armenien im Krieg mit Aserbaidschan im Stich. Usbekistan und Kasachstan orientieren sich zum Westen, Schweden und Finnland sind der NATO beigetreten 1300 Kilometer mehr direkte Grenze zur Russischen Föderation.
Russland ist militärisch ein Nichts mit Atomraketen
Nicht das Land insgesamt natürlich, sondern die depperte Führung im Kreml.
Die können Gegner in Straflagern verrotten lassen, ihnen Nowitschok in den Tee träufeln oder auch mal jemanden vom hinten in den Kopf schießen. Aber im Grunde ist Putin heute auch nur das, was er schon in seiner Jugend war: ein dumpfer Straßenschläger.
Das, was die USA gerade in Caracas vorgeführt haben – so etwas werden russische Streitkräfte in 1000 Jahren nicht können.
Und in diesem Sinne, Sie merken, ich bin ziemlich gut gelaunt, wünsche ich Ihnen allen ein schönes und sicheres Wochenende!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Kelle