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Autor: Klaus Kelle

Nach vier Tagen vergessen: Wer schreibt noch über die Enthauptung des deutschen Seglers?

von KLAUS KELLE Nach vier Monaten in Geiselhaft ist ein 70-jähriger Deutscher auf den Philippinen von islamistischen Barbaren geköpft worden. Die Verantwortlichen der Terrorgruppe Abu Sayyaf veröffentlichte das gefilmte Verbrechen am Montag im Internet. So sind diese Leute. Kalt, erbarmungslos und menschenverachtend. Bei Google stellt man fest, dass die letzten Zeitungsberichte über diesen Mord vor vier Tagen erschienen sind. Stattdessen lesen und hören und sehen wir auf allen Kanälen „Free Deniz“ oder so. Der Journalist der „Welt“, der von Erdogans Schergen in eine...

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Wäre es nicht an der Zeit, die Armut in Deutschland endlich auszurotten?

von KLAUS KELLE Morgens mit der ersten Maschine nach Berlin zu fliegen, ist kein Vergnügen. Zum einen ist sechs Uhr Boarding eine Zumutung, zum anderen besonders, wenn man am Abend davor noch politischen Aschermittwoch mitgestalten durfte. Kurzum: Ich bin wirklich müde heute Morgen. Und dann kommt man in der deutschen Hauptstadt an, und alles ist schön und bunt. Ein Cappuccino bei Leysiffer und schnell ins Internet schauen, Taxi, gleich geschäftliches Treffen mit Frühstück, Mittagessen mit  einem befreundeten Chefredakteur, abends noch Treffen mit möglichen Sponsoren für TheGermanZ beim...

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Ein Aschermittwoch und die Nachrichtenlage ist grau wie das Wetter

von KLAUS KELLE Trump hat eine Rede gehalten und keinen Aufschrei verursacht. Seine Beraterin Kellyanne Conway hat mit Schuhen auf einem Sofa im Weißen Haus gekniet und die Türkei hält den „Welt“-Journalisten Yücel weiter in Haft, weil er seinen Job gemacht hat. Marine Le Pen soll mal wieder die Immunität im EU-Parlament verlieren. Und Frankfurt hat Bielefeld im DFB-Pokal mit 1:0 besiegt. Das ist die Nachrichtenlage an diesem Morgen. Kein Grund zur Beunruhigung also…

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„Zu langweilig, zu blass, zu farblos, nicht bekannt genug.“

von KLAUS KELLE Landespolitik ist wichtig, aber in der Regel eher langweilig. Journalisten wissen, dass mit Themen und Personen aus Düsseldorfer Ministerien und dem Landtag weder Auflage noch Quote zu machen sind. Nur einmal alle fünf Jahre geraten die politischen Akteure an Rhein und Ruhr in den Fokus des öffentlichen Interesses: kurz vor den Landtagswahlen. Jetzt hat die „Rheinische Post“ herausgefunden, dass es aktuell im rheinischen Karneval keine landespolitischen Motivwagen gab, obwohl 2017 ein Wahljahr ist. Die Tageszeitung über das landespolitische Spitzenpersonal:...

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Jeder Jeck is‘ anders: Wo der Kölner mal recht hat

von KLAUS KELLE Das Beste am Karneval ist der Rosenmontag. Keine Termine, kein Telefon klingelt, man hat endlich einmal Zeit, den Schreibtisch aufzuräumen. Jedenfalls im Rheinland. Ich liebe es, auch weil morgens die Bäckerei noch auf hat, damit ich mich mit Laugenbrez’n und Körnerbrötchen versorgen kann, bevor ich mich im Haus verkrieche, alles abschließe und die Jalousien runterlasse. Zwei Tage noch, dann ist alles vorbei. Dann beginnt für unsereins die Fastenzeit, wobei ich heute ehrlich noch nicht weiß, auf was ich verzichten werde. Rauchen ist ja schon weg, Saufen auch...

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Von der Doofheit in einer intellektuellen Parallelwelt

von KLAUS KELLE Ich bitte Vorab um Entschuldigung, dass ich Ihnen an dieser Stelle noch einmal Spiegel-Online (SPON) innerhalb von nur einer Woche zumuten muss. Die waren ja die ersten, die das System mit den täglichen Kommentatoren einführten, das inzwischen viele andere Medien kopiert haben…wir auch. Nun muss man erinnern, dass die Marke „Spiegel“ für Jahrzehnte in Deutschland für Qualitätsjournalismus stand, und ich finde, in der gedruckten Ausgabe ist das oft noch feststellbar. Seit ich 18 Jahre als war, lese ich den „Spiegel“, oft mit Genuss. Aber unter...

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Kritik und Häme sind das eine, aber Aussperren geht gar nicht

von KLAUS KELLE Dass Donald Trump genervt vom Dauerfeuer der Pressekritik ist, ist nachvollziehbar. Ich habe auch mehrfach darüber geschrieben, dass ich die Art und Weise dieser Kritik für völlig überzogen halte. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Es gibt viele Dinge, die man am neuen US-Präsidenten und seinen Auftritten kritisieren kann. Aber es gibt eben auch ein Recht des Gescholtenen, sich zu wehren und auf einen groben Klotz auch mal einen groben Keil zu setzen. Und so habe ich die verbalen Attacken Trumps gestern auf der CPAC-Konferenz der amerikanisch Konservativen eher mit einem...

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Sie wollen den Automatismus, dass alles schon so bleiben wird, wirklich durchbrechen

von KLAUS KELLE Die „Dekonstruktion des Staates“, so hat Stephen Bannon das jetzt auf eine Konferenz der amerikanischen Konservativen genannt, was US-Präsident Donald Trump und seine Administration vorhaben. Klingt martialisch, ist aber eine exakte Beschreibung der gesellschaftlichen Vorstellungen, die in der republikanischen Partei schon immer eine Heimat hatten. Nicht so weitgenend wie bei den Libertären wollen sie gehen, aber „Washington“ als Synonym für einen allumfassenden Staat – das ist ihnen verhasst. Der großartige frühere US-Präsident Ronald Reagan...

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Wie Sascha Lobo zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt – auch zu meiner

von KLAUS KELLE Deutschlands führender Internet-Erklärer Sascha Lobo, der mit der Frisur, schreibt viel Erhellendes und Kluges, wenn er sich nicht gerade an Donald Trump abarbeitet. In seiner aktuellen SPON-Kolumne berichtet er über eine Erfindung von Wissenschaftlern der Carnegie Universiy aus dem März 2015. Damit kann man die Iris einer Person aus zwölf Metern Entfernung scannen, ohne dass die betreffende Person es bemerkt. Wahnsinn, oder? Die steile These von Herrn Lobo: In fünf Jahren werden unsere Gesichter selbst die Personalausweise sein. Ich weiß von den technischen Möglichkeiten...

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