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Energieversorger, Verkehr, öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser, Trinkwasser und Telekommunikation

Kein Hackerangriff: Globales Computerchaos trifft auch „kritische Infrastruktur“ in Deutschland

RED
Der Berliner Flighafen war heute stundenlang lahmgelegt.

Der weltweite Absturz von Microsoft-Betriebssystemen führt weiter zu weltweiten Einschränkungen bei Unternehmen, Banken, Börsen und Flughäfen auf der ganzen Welt. So mussten in Deutschland direkt zum Beginn der Sommerferien die Flughäfen in Berlin und Hamburg über Stunden ihren Betrieb einstellen. Die Fluggesellschaft Eurowings hat wegen anhaltender technischer Störungen alle innerdeutschen Flüge sowie Flüge von und nach Großbritannien bis in den Nachmittag hinein gestrichen.

Medien berichten, der Auslöser des globalen Chaos sei ein Fehler in einem Programm-Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. (BSI), Claudia Plattner, bestätigte das,  sagte auf einer Pressekonferenz, es gäbe aber zwei Ursachen für den Ausfall: zum einen Crowdstrike, dann aber auch noch Microsoft Azure.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen nach Aussage der Bundesregierung nicht davon aus, dass die IT-Störungen in Deutschland und vielen anderen Staaten Folge einer Hackerattacke sind. „Nach aktuellem Erkenntnisstand aus den Äußerungen der betroffenen Unternehmen gibt es keine Hinweise auf einen Cyberangriff“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

In Deutschland sind zahlreiche Unternehmen betroffen, darunter auch die Betreiber von sogenannter „kritischer Infrastruktur“. Dazu zählen Energieversorger, Verkehr, die öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser, Trinkwasser und Telekommunikation.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete und Digitalexpertin Barbara Benkstein sagte in Berlin, „die faktische Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter und seinen Software-Produkten muss überdacht werden. Das zeigen die massiven Einschränkungen für Verwaltungen, Banken, Krankenhäuser oder Flughäfen durch einen einzigen Fehler. Grundsätzlich gelte, dass Dezentralität in der IT immer besser sei als ein Monopol, da Risiken der Steuerung breiter gestreut werden können. Auch wenn der Auslöser des Problems kein böswilliger Hack war, sondern ein systemisches Versagen.

 

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Klaus Kelle, Chefredakteur