Sozialismus ist jetzt ein Auslaufmodell
Familie, Vaterland und Freiheit: Kasts Mission in Chile kann den ganzen südamerikanischen Kontinent verändern
Chiles neuer Präsident José Antonio Kast
„Ich bitte Gott nicht um Macht, sondern um die Weisheit, gerecht zu regieren und unser Land aus der Dunkelheit der Gewalt zu führen.“
Mit diesen Worten in der Metropolitan-Kathedrale von Santiago markierte Chiles neuer Präsident José Antonio Kast gestern Vormittag den Start in eine neue Ära für sein Land. Die tiefe religiöse Symbolik ist eines der Markenzeichen von Kast, der im Dezember in der Stichwahl 58 Prozent der Chilenen hinter sich versammeln konnte. Und dieser 11. März, der Tag seiner Amtseinführung, könnte auf ewig in die Geschichtsbücher eingehen, da Chile ein gravierender Kurswechsel bevorsteht.
Das Wahlergebnis für den Neuen war kein Zufallsprodukt, sondern der Ausdruck einer tiefen Sehnsucht der chilenischen Gesellschaft nach Ordnung und Sicherheit.
Die Wähler, zermürbt von immer mehr Kriminalität und unkontrollierter Massenmigration, verlangen nach einer starken Hand – und genau die bot ihnen José Antonio Kast. Der 60-jährige Jurist und Vater von neun Kindern ist kein politischer Neuling, aber er hat sich über die Jahre als der Anti-Establishment-Kandidat neu erfunden. Der praktizierende Katholik und Mitglied der konservativen Schönstatt-Bewegung verkörpert die Rückkehr zu den konservativen Grundpfeilern der chilenischen Identität: Familie, Vaterland und Freiheit.
José Antonio Kast ist deutschstämmig
Sein Vater, Michael Kast Schindele, wanderte im Jahr 1950 aus der bayerischen Gemeinde Wiedergeltingen nach Chile aus, um nach dem Zweiten Weltkrieg und seiner Flucht aus der Kriegsgefangenschaft dort ein neues Leben als Landwirt aufzubauen. Kritiker werfen ihm – wie sollte es auch anders sein – eine Nähe zur Ära Pinochet vor. Aber Kast hat eine eigene Agenda. Er ist ein Überzeugungstäter, der den Staat nicht bloß verwalten, sondern fundamental umbauen will – kleiner, effizienter und vor allem wehrhaft.
Die Amtseinführung in Valparaíso und die anschließende Zeremonie in Santiago waren eine Machtdemonstration des neuen rechten Selbstbewusstseins. Während Kast im Nationalkongress die blau-weiß-rote Schärpe anlegte, saßen in den vorderen Reihen jene Männer, die den „neuen rechten Frühling“ Lateinamerikas repräsentieren. Die Anwesenheit von Javier Milei aus Argentinien und anderen konservativen Führern war kein Protokollakt, sondern ein geopolitisches Statement. Kasts Sieg ist das wichtigste Puzzleteil in einer regionalen Verschiebung, welche sozialistische Regierungen in Südamerika in die Bedeutungslosigkeit treiben könnte. Mit Chile als wirtschaftlichem Ankerpunkt und Kast als ideologischem Vorreiter bildet sich daraus eine neue Achse, die auf Freihandel, knallharte Grenzkontrollen und die Abkehr von kollektivistischen Wirtschaftsmodellen setzt.
Nach dem ökumenischen Gebet, das von seinem persönlichen Kaplan Mariano Irureta geleitet wurde, ging Kast – wie sein politischer Buddy Trump in Washington – direkt an die Arbeit und leitete die erste Kabinettssitzung. Thema: die nationale Sicherheit. Denn Kast weiß – anders als etwa der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz –, dass seine politische Legitimität vor allem an seinem Erfolg oder Misserfolg bei der Bekämpfung der ausufernden Migration und Gwalt gemessen wird. „Wer nicht spurt, kann gehen“, so seine klare Ansage an die Beamtenschaft. Es ist dieser fast militärische Führungsstil, der seine Anhänger begeistert und seine Gegner verzweifeln lässt.
Als er am Abend auf den Balkon von La Moneda trat, um zu den Zehntausenden auf der Plaza de la Constitución zu sprechen, herrschte ausgelassene Stimmung. Kast sprach nicht wie ein klassischer Politiker, sondern wie ein Feldherr, der sein Land zurückerobert hat. Er beschwor die Einheit der Nation und forderte gleichzeitig unmissverständliche Unterordnung unter das Gesetz.
José Antonio Kast hat am 11. März nicht nur ein wichtiges politisches Amt übernommen. Er hat eine Mission gestartet. Sein Ziel: Chile zu dem Land machen, das er in seinen Reden als „Leuchtturm der Ordnung und Freiheit“ bezeichnet. Für Südamerika bedeutet dies: Der Wind dreht sich. Die Rechte ist nicht mehr nur in der Opposition, sie gestaltet, sie vernetzt sich und sie ist gekommen, um zu bleiben. Kast ist nun das Gesicht dieser Bewegung, und sein Erfolg oder Scheitern wird darüber entscheiden, ob dieses Modell zur Blaupause für den gesamten Kontinent wird.
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Klaus Kelle, Chefredakteur