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Dann müsst ihr eben die Gesetze ändern!

von KLAUS KELLE
Tayyab M. missbrauchte im September vergangenen Jahres ein sechsjähriges Mädchen in einer Flüchtlingsunterkunft im Berliner Stadtteil Moabit, wo beide lebten. Als der Vater des Kindes davon erfuhr und mit einem Messer auf den Täter losstürmte, wurde er von der Polizei erschossen.
Gestern verurteilte das Jugendschöffengericht im Amtsgericht Tiergarten den 27-jährigen pakistanischen Täter wegen sexuellem Missbrauchs eines Kindes zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, die auf Bewährung ausgesetzt wird. Die 26-jährige Mutter des kleinen Kindes rannte nach Urteilsverkündgung weinend und schreiend aus dem Gerichtssaal. Ob er wirklich freigesprochen worden sei, wollte sie immer wieder von der Richterin wissen.

Gegen die drei Polizisten, die damals auf den Vater des Kindes geschossen hatten, läuft immer noch ein Ermittlungsverfahren. Auch da sind noch drängende Fragen zu klären, zum Beispiel, warum der tödliche Schuss den aufgebrachten Vater von hinten traf. Ein Rechtsstaat muss das akribisch klären.

Doch eins ist auch klar: Dass ein 27-Jähriger, der ein sechsjähriges Mädchen sexuell missbraucht, mit einer Bewährungsstrafe davon kommt, ist ein erneuter Skandal der deutschen Justiz. Ja, die Gesetze sind so, werden mir heute wieder zahlreiche Juristen schreiben. Und denen sage ich: Dann müssen die Gesetze eben geändert werden! Solche Urteile wie gestern in Berlin untergraben das Vertrauen der Bürger in ihren Rechtsstaat. Und genau Vorgänge wie diese werden sich im September in den Wahlkabinen niederschlagen.

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Klaus Kelle, Chefredakteur