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„Michael“ – Gehen Sie ins Kino, bitte! Vertrauen Sie mir….

KLAUS KELLE

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

Gehen Sie auch gern ins Kino? Also, ich finde das Kinoerlebnis an sich immer mal schön, zumal die großen Kinos heutzutage eine Menge Annehmlichkeiten bieten, die 14 Euro Eintritt absolut rechtfertigen.

Gestern Nachmittag war ich in einem Berliner Lichtspielhaus und habe mir endlich „Michael“ angeschaut.

Ein Film über das Jahrhundertgenie Michael Jackson, der am 25. Juni 2009 leider viel zu früh im Alter von 50 Jahren starb. Es ist 15 Jahre her, und ich erinnere mich noch genau, wie ich morgens in die Küche kam und erfuhr, dass Michael Jackson tot ist. Waaaas? Das kann doch nicht sein.

Der Mann hat Generationen von Menschen rund um den Erdball inspiriert, er hat die Popmusik neu erfunden – mit tatkräftiger Hilfe des großen Quincy Jones – und den Moonwalk gleich dazu.

Er war der erste schwarze Popsänger, der auf MTV gespielt wurde. Sein „Thriller“ ist bis heute das weltweit meistverkaufte Musikalbum überhaupt.

Und jetzt halt der Film

Regisseur Antoine Fuqua beleuchtet das Leben des „King of Pop“ von seiner Kindheit mit den „Jackson 5“ bis zu den großen Erfolgen der 1980er-Jahre. Michaels Neffe Jaafar Jackson verkörpert den Weltstar und gibt in diesem Film sein Schauspieldebüt überhaupt. Und er macht es gut.

Wie jeder Musikfilm lebt der Streifen natürlich von mitreißenden Bühnenszenen, vom Bad des Helden in der Menge, von kreischenden Teenies und ohnmächtigen Mädchen, die aus der Masse zum Sanitäter durchgereicht werden. Und das war früher bei Jacksons Auftritten keineswegs inszeniert – oder so gut, dass man es nicht merkte.

Siebenmal war ich live bei Konzerten des Superstars dabei – in Hamburg, zweimal in Berlin, Hockenheim, Basel, Prag und München. Und es war mitreißend: die Show, sein Gesang und die perfekten Tanzchoreografien, die heute jeder, der im Popbusiness etwas auf sich hält, zu kopieren versucht. Manchmal gelingt es, manchmal ist es eher peinlich.

Michael Jackson hat auch mich bis zu seinem Tod durch mein Leben begleitet

Beim Tanzen in Berliner Clubs mit schwitzigen Händchen und irgendwelchen Schönen zu „Billie Jean“, sogar mein erster Sohn Michael hat seinen Namen, weil uns Michael Jackson damals derart faszinierte. Und als der kleine Michael auf die Welt gekommen war, saßen wir noch Jahre später oft zusammen im Wohnzimmer und hörten ganz hin und weg „Heal the World“.

Michael Jackson war nicht einfach ein erfolgreicher Musiker, er prägte den Alltag von Millionen Menschen in aller Welt mit. Der Film wurde übrigens maßgeblich von den Jackson-Erben mitproduziert – natürlich!

Gut möglich, dass das die Objektivität der „Michael“-Erzählung beeinträchtigt hat. Natürlich will man bei einem solchen Film im Kino abfeiern, aber dass Jacksons Ehen, seine Kinder und vor allem die Missbrauchsvorwürfe überhaupt nicht vorkommen, ist nicht gut.

Dafür bekommt Vater Joseph Jackson die Rolle des üblen Abzockers, der seine Kinder nicht mit Liebe aufzog, sondern sie als sprudelnde Einnahmequelle für den rasanten Aufstieg der Familie und ein Luxusleben für sich selbst ausnutzte.

Wenn Sie die Musik und das Leben von Michael Jackson schon immer fasziniert haben, dann müssen Sie sich das anschauen. Wirklich: Sie müssen. Es ist fantastisch und lässt für ein paar Momente die ganze Genialität dieses Ausnahmemusikers wieder lebendig werden.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Kelle

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Klaus Kelle, Chefredakteur