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Von psychisch Gestörten und psychisch Gestörten

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Liebe Leserinnen und Leser,

der 34-jährige „Student“, der an der Hochschule Hamm mit einem Messer vier Menschen, teils schwer, verletzt hat, wurde gestern in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. So wie der Armenier, der in Berlin mit seinem Auto in eine Menschenmenge raste und der Messerstecher aus der Grundschule in Esslingen und wie viele andere Gewalttäter, die vermehrt in den vergangenen Jahren in Deutschland verletzt und getötet haben.

Nun könnte man sagen, klar, wenn einer eine „Amoktat“ begeht, wenn jemand mit einem Sprengstoffgürtel oder einer Machete auf der Straße rumläuft, um zu morden, dann kann der ganz grundsätzlich nicht ganz dicht sein, nicht klar im Kopf.

Man könnte aber auch den Eindruck gewinnen, dass bei der Beurteilung, ob ein Gewalttäter psychisch gestört oder einfach ein eiskalter Mörder ist, zweierlei Maß angelegt wird in Deutschland. Damit Teile der Bevölkerung wie Sie und ich nicht beunruhigt werden und zum Beispiel in der Wahlkabine plötzlich etwas Seltsames macht….

Der Rechtsextremist Stephan Ernst, der den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke heimtückisch ermordet hat, ist natürlich und zu Recht lebenslang verurteilt worden und sitzt jetzt im Knast. Und Stephan B., der feige Mörder von Halle, wurde natürlich zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt wegen zweifachen Mordes und des versuchten Mordes in zahlreichen weiteren Fällen. Auch da hatte die Pflichtverteidigung ein psychologisches Gutachten vorgelegt, das dem Angeklagten eine schwere seelische Abartigkeit, aber zugleich „die volle Steuerungsfähigkeit“ bescheinigt. Kann sein. Und Anders Breivik, der irre rechte Massenmörder aus Norwegen – auch der sitzt im Gefängnis. Hoffentlich kommt er nie wieder raus.

Und auch Beate Tschäpe, die Frau aus dem rechtsterroristischen NSU-Trio, sitzt lebenslang im Knast, obwohl die Verteidigung versucht hatte, eine psychische Beeinträchtigung geltend zu machen.

Glauben Sie mir, jeder dieser Leute sollte von mir aus bis ans Lebensende in einer Zelle hocken. Ich habe kein Verständnis für Mörder und ihre Helfershelfer.

Aber warum werden so viele andere gerade in jüngster Zeit in eine Psychiatrie eingewiesen? Warum sind es oftmals Migranten, die schwere Gewaltverbrechen begangen haben und dann nicht ins Gefängnis müssen? Vielleicht, weil sie Migranten sind und bei Richtern einen Traumata-Bonus bekommen?

Zugegeben, ich bewege mich auf dünnem Eis mit dieser Kaffeesatzleserei.

Aber ich bekomme ein ganz mieses Gefühl, wenn – wie in den vergangenen paar Tagen – ein „dunkelhäutiger“ Messerstecher in der Grundschule oder ein „Amoktäter“ aus Armenien, der kein Wort Deutsch spricht, nach schwersten Gewalttaten als psychisch gestört deklariert werden. Kann man das in 48 Stunden sicher feststellen? Nochmal: Vielleicht sind sie psychisch gestört und brauchen Behandlung statt Strafe. Kann sein. Aber ich bekomme auch den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass da einer – der sonst zehn Jahre im Gefängnis säße – in eine Klinik kommt, nach drei, vier Jahren guter Fortschritte wieder auf freien Fuß gesetzt wird, weil ja „geheilt“ und keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit darstellt. Und dessen „Krankheit“ nicht einmal im Strafregister notiert wird, weil Gesundheit ja dem strengen Datenschutz unterliegt.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

 

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Klaus Kelle, Chefredakteur