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Das wirklich wichtige Buch über Angela Merkel
Angela Merkel war keine Bürgerrechtlerin, wie fast alle ihre Biografen irgendwie nahelegen wollen. Aber sie sah, wie kaum ein anderer, in der Friedlichen Revolution und dem Vereinigungsprozess ihre Chance. Sie erzählte gern – auch mir – wie sie sich nach dem Mauerfall, als es ungefährlich wurde, aufmachte, um Anschluss an die neu entstandenen politischen Bewegungen zu suchen. Ihre erste Wahl war die SDP, wie die neu gegründeten Sozialdemokraten der DDR ein paar Wochen lang hießen. Sie traf im ersten richtigen Büro der jungen Partei ein, das sich im „Haus der Demokratie“ in der Berliner Friedrichstraße befand. Der ehemalige Sitz der SED-Bezirksleitung Berlin war vom neuen Parteivorsitzenden der SED-PDS Gregor Gysi den neu gegründeten Parteien „geschenkt“ worden. Im Büro saß Angelika Barbe, Bürgerrechtlerin und Mitbegründerin der SDP. Barbe kannte Merkel natürlich nicht, war aber überrascht, mit welchem Anspruch unter Berufung auf ihren Doktortitel sie auftrat. Merkel wollte gleich ganz oben mitmachen. Barbe er-widerte, das sei so nicht möglich, Merkel müsse sich an den für ihren Wohnort zuständigen Kreisverband wenden. Das wollte Merkel nicht. Man trennte sich kühl. Merkel gab später als Begründung an, sie hätte Barbe so unmöglich gefunden, dass die Sozialdemokraten für sie nicht mehr infrage kamen. Ihre nächste Station war der Demokratische Aufbruch, der damals noch vom guten Bekannten ihres Vaters, dem Kirchenjuristen Wolfgang Schnur geleitet wurde. Der DA war wesentlich kleiner als die SDP, Personal im Büro war knapp, also konnte sie gleich „ganz oben“ als Pressesprecherin der Partei. Schnur sah sich nach der Gründung der „Allianz für Deutschland“, dem ein kleinerer Teil des DA beigetreten war, im Wahlkampf für die erste und letzte frei gewählte Volkskammer der DDR schon als künftigen Ministerpräsidenten. Er wurde von den meisten Medien auch so hofiert. Etwas von dem Glanz fiel dabei natürlich auf Merkel. Ich war damals Spitzenkandidatin der Grünen Partei der DDR und ihre Pressesprecherin, saß also auch im „Haus der Demokratie“, nur wenige Büros entfernt von Merkel. Eines nachmittags kurz vor der Wahl bekam ich Besuch vom Vorstand des Demokratischen Aufbruchs und von Merkel. Ich sah in verwirrte Gesichter. Es dauerte etwas, bis einer das Wort ergriff. Man hätte Informationen bekommen, dass Wolfgang Schnur Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen sei. Von mir wollten sie wissen – da Wolfgang Schnur mein Anwalt gewesen war, als ich im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen saß –, was ich dazu meinen würde. Ich konnte die Leute nicht beruhigen. Ich musste ihnen sagen, dass ich als Gefangene der Staatssicherheit Schnur als jemanden erlebt hatte, der im Auftrag der Staatssicherheit handelte, und dass ich das schon 1988 im „Friedrichsfelder Feuermelder“, einer Publikation der Opposition, veröffentlicht hatte. Bei dieser Gelegenheit lernte ich Merkel kennen. Sie machte mir aufgebracht Vorwürfe, ich verbreite üble Nachrede. Zwei Tage später stand die Nachricht über Schnurs Stasitätigkeit in allen Medien und Merkel forderte gegenüber der Presse sehr effektiv Aufklärung. Schnur wurde als Spitzenkandidat der Allianz für Deutschland durch Lothar de Maizière ersetzt, der dann nach einem grandiosen Wahlsieg der „Allianz für Deutschland“ letzter Ministerpräsident der DDR wurde. Für Merkel bedeutete das eine höhere Stufe auf der politischen Karriereleiter. Sie wurde de Maizières Stellvertretende Regierungssprecherin. Wobei mich stutzig machte, als ich las, dass de Maizière auf Fragen von Journalisten antwortete, Merkel sei ihm vorgestellt worden. Sie sei ihm vorher nicht bekannt gewesen. Wie glaubhaft ist das? Immerhin haben Merkels Vater und Clemens de Maizière, der Vater von Lothar, in der Evangelischen Kirche der DDR eng zusammengearbeitet. Bekanntlich ging die DDR schneller zu Ende, als die Politiker aller Seiten erwartet hatten. Am 3. Oktober 1990 erfolgte die Vereinigung und im Dezember dieses Jahres wurde der erste gemeinsame Bundestag gewählt. Angela Merkel trat als direkt zu wählende Abgeordnete des Wahlkreises 15 (Stralsund, Landkreis Nordvorpommern und Landkreis Rügen) an. Wie es dazu kam, hat sie mir selbst erzählt. Es war der ostdeutsche Chefunterhändler des Vereinigungsvertrages Günther Krause, der Merkel darauf aufmerksam machte, dass auf Rügen eventuell die Möglichkeit bestand, sich den Wahlkreis Stralsund/Rügen/Grimmen zu erobern. Er machte Merkel mit dem späteren Landrat Wolfhardt Molkentin bekannt, der über keinen geeigneten Kandidaten für die Bundestagswahl verfügte. Mit seinem Einverständnis warf sie ihren Hut gegen die Kandidaten aus Rügen und Stralsund, die beide aus dem Westen kamen, in den Ring. Die Wahl fand auf Rügen statt, und zwar in Prora, dem KDF-Bau der Nazis, der damals noch Kaserne der Nationalen Volksarmee war. Molkentin hatte für die Wahl zwei Busse organisiert. Es gab noch keine Wahlmänner, sondern die Basis wählte. Im ersten Wahlgang erhielt der Kandidat aus Rügen die Mehrheit der Stimmen. Damit hatte sich für seine Unterstützer die Sache erledigt. Viele gingen nach der Auszählung nach Hause. Landwirte müssen morgens früh aufstehen. Sie wussten nicht, dass ihr Kandidat, weil er nicht die absolute Mehrheit erhalten hatte, in einem zweiten Wahlgang bestätigt werden musste. Im zweiten Wahlgang hatten die ohnehin auf den Bus wartenden Wähler aus Grimmen die Mehrheit, denn sie waren weiter anwesend. Merkel gewann diesen Wahlkreis dann insgesamt achtmal. Ich begegnete ihr wieder, als der erste gemeinsame Bundestag im Reichstag in Berlin zusammentrat. Aus irgendeinem Grund hatte uns der Fahrdienst ein gemeinsames Auto zugewiesen. Ich saß mit Merkel und ihrem künftigen Ehemann Joachim Sauer auf dem Rücksitz (er in der Mitte). Merkel sprach mich ziemlich aufgebracht auf eine Veröffentlichung von Bild an, in der neue Frauen für den Bundestag vorgestellt wurden. Das waren sie für die CDU, Elke Leonhard für die SPD und ich für Bündnis 90/Grüne. An die FDP und die PDS-Abgeordnete kann ich mich nicht mehr erinnern. Merkel regte sich auf, dass Elke Leonhard mit einem dreimal so großen Foto abgebildet war als die Übrigen. Wenn, dann hätten doch Andere das verdient, zum Beispiel ich. Ihr war aber deutlich anzumerken, dass sie dabei nicht an mich, sondern an sich dachte. Meine nicht ganz ernst gemeinte Antwort, Elke Leonhardt wäre eben die Schönste von uns, erboste sie noch mehr. Ich wüsste wohl nicht, wie wichtig die Presse sei, das sollte ich besser ganz schnell begreifen. Warum war eigentlich Lothar de Maizière, der als letzter Ministerpräsident der DDR der geborene Vizekanzler des vereinten Deutschlands gewesen wäre, im ersten gemeinsamen Bundestag nur noch als einfacher Abgeordneter dabei? Diese Geschichte hat mir Helmut Kohl erzählt. Gerüchte über eine Stasi-Mitarbeit von Lothar de Maizière hat es seit dem Runden Tisch gegeben, der in den letzten Monaten der DDR eine Art Nebenregierung war. Sie wurden nicht ernst genommen beziehungsweise als böswillige Diffamierung angesehen. Im Spätsommer 1990, als die Vereinigung und die Wahl des ersten gemeinsamen Bundestages absehbar war, wurde Bundeskanzler Kohl von Journalisten damit konfrontiert, dass de Maizière Mitarbeiter der Staatssicherheit mit dem Decknamen „Czerny“ gewesen sei. Das war nach Wolfgang Schnur der zweite spektakuläre Fall in der Allianz für Deutschland. Die Sozialdemokraten waren nicht viel besser dran, denn mit Ibrahim Böhme wurde ihr Parteivorsitzender kurz vor Zusammentritt der ersten frei gewählten Volkskammer als Mitarbeiter der Stasi enttarnt. Offensichtlich hatten auch die Journalisten kein so großes Interesse an einem weiteren spektakulären Fall, also einigte man sich folgendermaßen: Kohl würde dafür sorgen, dass de Maizière keine Führungsposition mehr bekam, dafür würde seine Enttarnung zwar gemeldet, aber nicht zu einer großen Sache aufgebauscht werden. In dem Gespräch, in dem Kohl de Maizière anbot, ein geachtetes Mitglied der Partei zu bleiben, wenn er sich ohne Aufsehen aus der Führung zurück- zöge, willigte der ein, sagte aber, dass Kohl doch neben Günther Krause noch eine zweite Person aus der ehemaligen DDR für sein Kabinett brauche, am besten eine Frau. Er schlug Angela Merkel vor. Kohl akzeptierte diesen Vorschlag. Eine Bestätigung, dass es so abgelaufen ist, fand ich im Buch von Wolfgang Stock „Angela Merkel – eine politische Biografie“. Stock berichtet, dass Merkel in den entscheidenden Tagen Lothar de Maizière im Kanzleramtspark in Bonn über den Weg gelaufen ist und von ihm gehört hat: „Dir kann es passieren, dass der Bundeskanzler dich anruft, du sollst Ministerin werden.“ De Maizière setzte seiner politischen Laufbahn dann selbst ein Ende. Ende August 1991 gab er in einer Vorstandssitzung völlig überraschend eine Erklärung ab, dass er aus dem CDU-Vorstand zurücktreten werde. Im September gab er auch sein Bundestagsmandat auf. Er verabschiedete sich mit einem Eklat, indem er die CDU beschuldigte, sich an 26 Millionen Mark aus dem Vermögen der Ost-CDU bereichert zu haben. Nach gewonnener Wahl wurde das ehemalige Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit in drei Teile zerlegt: Frauen und Jugend bekam Angela Merkel, Familie und Senioren Hannelore Rönsch und Gesundheit Gerda Hasselfeldt. Im Dezember 1991 wurde Angela Merkel außerdem auf dem CDU-Bundesparteitag in Dresden als Nachfolgerin von Lothar de Maizière zur einzigen stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Partei gewählt, ab 1992 war sie eine von vier Stellvertretern Kohls. Merkel hatte aber nie einen Antrag auf Mitgliedschaft in der CDU gestellt. Wie Wikipedia das vornehm umschreibt, erfolgte ihre Mitgliedschaft „passiv“ durch Umwandlung ihrer DA-Mitgliedschaft in eine der CDU. Das ist mehr als eine Nebensächlichkeit. Wie das Buch von Ewald König „Merkels Welt zur Wendezeit“ enthüllte, hatte Merkel in den Revolutionswochen nach dem Mauerfall ihre grundlegende Abneigung gegen die CDU erklärt. Diese Abneigung wandelte sich auch nicht, als sie längst Ministerin und später Parteivorsitzende war. Als ich ihr einmal vorsichtig vorschlug, ihre Kleidung und Frisur zu optimieren, lehnte sie ab mit den Worten: „Ich will doch nicht aussehen wie eine CDU-Tussi.“ Es bleibt nur die Schlussfolgerung, dass Merkel die CDU als Trittbrett für ihre politische Karriere gekapert hat. Die Art und Weise, wie sie die CDU entsorgte, als sie ihr nicht mehr nützlich sein konnte, stützt diese These. Ich komme am Ende darauf zurück. Der Einzug in den Bundestag 1990 war für die ostdeutschen Abgeordneten die Ankunft in einer neuen Welt. Besonders die Abgeordneten der letzten Volkskammer der DDR mussten umdenken. In den drei Monaten vom 4. Oktober bis Anfang Dezember war die Lage im Wasserwerk in Bonn unübersichtlich. Ein Drittel der Volkskammer-Abgeordneten wurde kurzzeitig zu Mitgliedern des Bundestages. In den wenigen Monaten ihrer Existenz war die Volkskammer das vielleicht freieste Parlament der Welt. Zwar bemühten sich die westdeutschen Berater aller Fraktionen, den Abgeordneten „Disziplin“ beizubringen, waren aber nur eingeschränkt erfolgreich. Selbst im Plenum gelang es ab und zu, für den eigenen Antrag mit guten Argumenten Stimmen aus den anderen Fraktionen zu bekommen. Entscheidend war das eigene Gewissen, nicht die Parteimeinung. Ich weiß nicht mehr, um welche Abstimmung es in Bonn ging, als ein Hammelsprung angeordnet werden musste, um herauszufinden, wie die Stimmverhältnisse waren. Bei einem Hammelsprung verlassen alle Ab- geordneten den Saal und kehren durch drei Türen – Ja, Nein, Enthaltung – zurück. Ich war im Gespräch mit einem CDU-Abgeordneten aus Thüringen unterwegs zur Tür mit Nein, als drei Abgeordnete seiner Fraktion kamen, ihn freundschaftlich unter die Arme griffen und ihn sanft, aber bestimmt durch die Ja-Tür schoben. Angela Merkel, als sie im Dezember dazukam, musste diesbezüglich nicht umdenken. Die Frau, die von einem Kollegen später als „lernende Maschine“ bezeichnet wurde, begriff früher als die meisten Anderen, worauf es ankam. Das wurde mir klar, als ich mit Merkel, kaum in Bonn angekommen, zu einem Abend mit Juristinnen eingeladen wurde. Wir hielten beide unsere Vorträge und mussten dann die Fragen unserer Zuhörerinnen beantworten. Merkel sprach davon, dass sie sich schnellstens eine Hausmacht schaffen müsste. Sie schien auch schon zu wissen, wie man das anstellt. Allerdings dauerte es Jahre, bis sie so weit war. Bis dahin profitierte sie von der Protektion, die ihr Helmut Kohl und besonders Volker Rühe, der damalige Verteidigungsminister und neben Wolfgang Schäuble einer der beiden „Kronprinzen“ des Bundeskanzlers, angedeihen ließen. Von den Medien wurde sie „Kohls Mädchen“ genannt – wofür sie sich Jahre später bitter gerächt hat. Mir ist in Erinnerung, dass sie in einem ziemlich gehässigen Kommentar mit Biene Maja verglichen wurde, die total überrascht war, dass sie ganz vorn mitfliegen durfte. Dies war eine groteske Unterschätzung des Autors, aber man darf nicht vergessen, dass unterschätzt zu werden, lange Merkels Stärke war. Sie konnte unterhalb des Radars misstrauischer Parteifreunde ihr Netzwerk aufbauen. In der Fraktion saß sie nicht vorn am langen Vorstandstisch, sondern bescheiden unter den Mitgliedern der kleinsten Landesgruppe. Sie meldete sich so selten zu Wort, dass man ihre Anwesenheit fast vergaß. Wie sehr es ihr auf die Nerven ging, protegiert zu werden, erlebte ich anlässlich eines Besuchs 1997 im zukünftigen Nationalpark Hainich in Thüringen. Eines meiner Projekte als Abgeordnete des Verteidigungsausschusses in der ersten Legislaturperiode nach der Vereinigung war, so viel Truppenübungsplätze der Nationalen Volksarmee und der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte wie möglich in die zivile Nutzung zu überführen. Als Abgeordnete von Thüringen lag mir der Hainich besonders am Herzen. Es gelang mir, zu Verteidigungsminister Rühe einen persönlichen Draht aufzubauen und ihn zu überzeugen, auf die Truppenübungsplätze dort zu verzichten. Merkel war im fünften Kabinett Kohl Umweltministerin. Ihr wurde vom Verteidigungsminister feierlich das Gelände übergeben, das Teil des zukünftigen Nationalparks sein sollte. Rühe benahm sich wie ein großer Bruder, der seine kleine Schwester an die Hand oder in den Arm nehmen muss. Ich fing einen Blick von Merkel auf, der mir sagte, wie sehr sie es hasste, so behandelt zu werden. Jahre später, als nach dem Sturz des Partei- und Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble sich Volker Rühe als einzig verbliebener Kronprinz für beide Ämter sah, startete er einen Rundruf, um relevante Leute zusammenzutrommeln, die ihn in beide Ämter hätten befördern können. Dabei rief er auch bei Merkel an. Sie beschied Rühe: Parteivorsitzende werde sie selbst. Rühe lachte, hielt es wohl für einen Scherz, bis er eines Besseren belehrt wurde. Der Vollständigkeit halber sollte ich hinzufügen, dass Rühe weder Parteivorsitzender noch Fraktionsvorsitzender wurde. Als die CDU-Spendenaffäre Wolfgang Schäuble erreichte, war ich Mitglied des Fraktionsvorstandes. Wir hatten gerade auf einer schwierigen Tagung beschlossen, den Beteuerungen Schäubles Glauben zu schenken und ihn als Fraktionsvorsitzenden zu bestätigen, als ein Bote eintraf, der Schäuble zur Zusammenkunft der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, deren Vorsitzender Norbert Lammert war, bat – nein, befahl. Wir warteten weit über eine Stunde auf die Rückkehr Schäubles. Als er endlich erschien, teilte er uns nur knapp mit, dass er als Fraktionsvorsitzender zurückträte. Er gab auch den Parteivorsitz auf. In der Fraktion gelang es Schäuble, Friedrich Merz als Vorsitzenden zu installieren. So sollte verhindert werden, dass der oder die künftige Parteivorsitzende auch automatisch Kanzlerkandidat(in) werden würde. Merz gelang es in zwei Jahren nicht, in der Fraktion eine eigene Hausmacht aufzubauen, da er auch Leute vor den Kopf stieß, die inhaltlich auf seiner Seite waren. Er wagte es nach der Wahlniederlage 2002 nicht, seinen Vorsitz in einer Kampfabstimmung gegen Merkel zu verteidigen. Nun lagen Partei- und Fraktionsvorsitz wieder in einer Hand. Der Weg zur nächsten Kanzlerkandidatur war frei. Dem verdatterten Edmund Stoiber entfuhr der Satz, niemand hätte ahnen können, dass Merkel so hoch ziele. Auszug aus dem Buch „Ist mir egal: Wie Angela Merkel die CDU und Deutschland ruiniert hat“ von Vera Lengsfeld. AchGut Edition, 25 Euro.
Darf man gefallener Soldaten jetzt nicht mehr gedenken?
Im Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald befindet sich ein Waldfriedhof, die größte deutsche Kriegsgräberstätte. Hier, in Halbe, sind 28.000 Menschen begraben – Soldaten der Wehrmacht und der SS, hingerichtete Deserteure, Zwangsarbeiter und ehemalige Gefangene des sowjetischen „Speziallagers“ Ketschendorf aus den Jahren 1945 bis 1947. Hier waren bis zu 20.000 Deutsche vom sowjetischen Geheimdienst NKWD interniert, darunter viele Jugendliche. 6000 von ihnen starben in diesem Lager, viele wurden später auf den Waldfriedhof umgebettet. In einer Nacht- und Nebelaktion hat die Gemeindeverwaltung von Halbe – unterstützt von der Polizei – am Freitag (27. Dezember) 5000 Trauerkerzen und zahlreiche Blumensträuße von den Gräbern abgeräumt und in einem Müllcontainer entsorgt. Auf Nachfrage der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) bestätigte die Polizei, dass keine Straftat vorgelegen habe. Die Kerzen und Blumen waren auf den Gräbern offenbar von Angehörigen hier begrabener Menschen zwischen dem 22. und 25. Dezember verteilt worden im Gedenken an die Toten. Es habe keine Versammlung stattgefunden, wurden keine politischen Aussagen angebracht, und ein Bekennerschreiben habe es auch nicht gegeben. Insofern war die Gedenkaktion auch keine Störung der Totenruhe. Auf einer Facebookseite „Deutschlands Kriege und seine Soldaten 1813-1945″ heißt es: „Alle Teilnehmer der Aktion (…) distanzieren sich von jeglicher politischer Motivation, unsere Motive waren von Anfang an klar gesteckt. Von anderen Ländern übernommen, wollten wir ebenso unserer Vorfahren gedenken.“ Weiter heißt es: „Jegliche Kränze, Kerzen oder Spruchbänder mit eindeutigen politischen Zeichen sind NICHT von uns!“ Die LED-Grablichter seien mit privaten Spenden finanziert worden. Inzwischen wurde bekannt, dass die Gedenkaktion für die Gefallenen des Krieges nicht nur in Halbe, sondern auch auf den Kriegsgräberstätten in Spremberg, Demmin und Greifenhain stattfand. Auch in Spremberg wurden die Grabkerzen behördlicherseits abgeräumt. Eine offizielle Stellungnahme der Gemeindeverwaltung Halbe gab es bisher nicht. Im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkriegs hat es immer wieder offizielle Veranstaltungen auf dem Waldfriedhof Halbe gegeben auch vom Land Brandenburg. Zuletzt im vergangenen Jahr unter Einbeziehung der Bundeswehr. Das Gedenken erfolge „im Namen der Versöhnung über den Gräbern und unter dem Kreuz“, sagte damals Helge Klassohn, Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts in seiner Gedenkrede. Und der katholische Militärpfarrer aus Schwielowsee versicherte: „Gott kennt jeden Einzelnen beim Namen!“ Was also kann die Verantwortlichen der Gemeinde zu diesem unsensiblen und im Grunde empörenden Vorgehen gegen Angehörige von so vielen Todesopfern bewegt haben? Rechtlich gab es keinen Grund und keine Notwendigkeit für das brachiale Einschreiten unter Einbeziehung der Polizei. In Halbe redet man jetzt davon, dass es bis zum Jahr 2006 in der Gemeinde Aufmärsche rechter Extremisten gegeben haben soll, die zum „Heldengedenken“ aus der ganzen Bundesrepublik angereist seien. Vielleicht befürchten die Gemeindeoberen eine Wiederholung. Das wäre dann allerdings öffentlich zu erklären, so eine behördliche Aktion verstößt gegen jeden Anstand und ist ein Hohn gegenüber den jungen Männern und Frauen, die hier begraben liegen.
Inmitten fröhlicher Tänze wird eine Hakenkreuzfahne runtergelassen
Wenn Sie in Berlin ins Theater gehen, müssen Sie sich immer darauf einstellen, dass irgendwas mit Homo- und Transsexualität vorkommt. Das ist hier so. Klassik, bombastisch oder leichte Muse – irgendwann wird immer ein Schwuppen-Moment eingebaut. Urbanes Selbstverständnis und so, Wokistan pur. In Zeiten zunehmender AfD-Wahlerfolge, dem deutschen Kulturbetrieb ohnehin ein Graus, wird die Themenpalette nun erweitert. Um das Thema „Nazi“. Und besonders, wenn es um ein Stück geht wie gestern Abend die Premiere von „Berlin, Berlin“ im Admiralspalast an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Dessen wechselhafte Geschichte beginnt 1863 als „Admiralsgartenbad“ mit Schwimmbassin und 26 Wannenbädern. Neubauten entstehen, Hotels, Cafés und Restaurants siedeln sich an, und das Bad ist in dieser Umgebung bald nicht mehr zeitgemäß. 1910 wird der Badetempel abgerissen, ein Jahr später entsteht an gleicher Stelle ein modernes Vergnügungszentrum mit einer großen Eislaufbahn, mit Bars, Kino und Kegelbahn. 1922 und 1923 erlebt der Admiralspalast unter seinem Direktor Herman Halter seine große Zeit mit glanzvollen Variete-Shows, mit Showtanzgruppen wie den legandären Tiller Girls. Hier tanzten Touristen und Intellektuelle, Ladenmädchen und Straßenjungs, als gäbe es kein Morgen mehr. Mit der Machtergreifung Hitlers – Sie ahnen es – wurde der Admiralspalast geschlossen, Weltstars wie Josefine Baker und Marlene Dietrich waren nicht mehr gern gesehen bei den neuen Machthabern, die Comedian Harmonists wegen jüdischer Ensemblemitglieder natürlich auch nicht. Auch sie setzten sich irgendwann dann in die USA ab. Von all dem erzählt „Berlin, Berlin“ Eine wirklich farbenfrohe Show über das Berlin der 20er Jahre mit allem, was man so gehört hat aus der Zeit. Selbst den jungen Bertold Brecht hat man in eine kurze Szene eingebaut, wohl damit das begeisterte Publikum „Denn der Haifisch, der hat Zähne…“ lautstark mitsingen konnte. Glitzernde kurze Paillettenkleidchen, heiße Melodien, schamlose Tänze und immer wieder deutliche Hinweise auf zügellose sexuelle Ausschweifungen. Man ließ ganz offenbar nichts anbrennen damals, nur wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Ist das eigentlich zwangsläufig so? Dass man nach einer großen Tragödie erstmal die Sau rauslassen muss? Es scheint so, wie man ja auch in Johannes Mario Simmels großem Roman „Hurra, wir leben noch“ nachlesen kann. Die, die überlebt haben, lassen es krachen, auch sexuell und wenig katholisch. In Simmels Roman wird beispielsweise über eine Sexualpraktik geschrieben, die Experten als „Chinesische Schlittenfahrt“ bezeichnen. Der Protagonist des Romans, „Jakob Formann“, erlebt in dem Buch bei einer Prostituierten namens Yün-Sin in einem Bordell in Antwerpen bislang ungeahnte „Gipfel der Ekstase“, als er aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft wieder in die Heimat zurückkehrte. Aber wie auch bei „Cabaret“ – irgendwann ist der Spaß vorbei. Irgendwann kommt das Nazi-Thema, und im Grunde ist es richtig, dass man die 20er Jahre in Berlin nicht nur als heile Welt darstellen sollte oder als Sündenpfuhl mit Kokain-Missbrauch, Orgien und Schwarzmarktgeschäften. Irgendwann, zehn Minuten vor Ende der Vorstellung gestern, nach einer bunten, schrillen Tanzszene, wird plötzlich eine große Hakenkreuzfahne auf der Bühne heruntergelassen, hinter Leinentuch die Schatten von Menschen und aus dem Off eine Stimme, dann mit Schauspielern und ernster Miene, die uns fragen: Wie konnte das passieren? Und klar, wir alle – gemeint waren die damals – haben sich nicht gewehrt, haben tatenlos zugesehen, als die Menschenschinder und Rassisten die Macht übernahmen. Auch das ist historisch durchaus haltbar, denn das bräsige Bürgertum verliert immer. Einfach, weil es ein bräsiges Bürgertum ist. Aber als die Schauspieler dann auf der Bühne beklagen, auch heute seien wir wieder so weit wie in den 20ern in Berlin, „in Reinickendorf, in Steglitz, in Charlottenburg“, überall seien sie auch heute wieder, das war grotesk. Und ich dachte spontan: Habe ich da etwas verpasst? Ist die NSDAP jetzt wieder erlaubt und strebt nach der Machtübernahme? Oder meinen die Helden auf der Bühne etwas anderes, so kurz vor der nächsten Bundestagswahl?
Armut und Leid auf Berlins Straßen
Im Roman „Gespenster wie wir“ greift der Schriftsteller Stefan Meetschen aktuelle Ideologien auf, die in Europa en vogue sind. Was der 55-Jährige über das Deutschland des Jahres 2024 denkt, erzählt er mir bei einer persönlichen Begegnung in der Hauptstadt. Meetschen trägt dunkle Kleidung. Ich sitze ihm in einem Restaurant am Ludwigkirchplatz im Berliner Stadtteil Wilmersdorf gegenüber. Wir trinken Kaffee Americano. Nicht weit von hier, hat er eine Wohnung. „Eine Wohnung, aber kein Zuhause“, betont Stefan. Fast 20 Jahre lebt er in Polen, seit Jahresbeginn arbeitet er wieder als Journalist in Berlin. In der Stadt, in der er Anfang der 1990er Jahre studiert hat. „In einem fernen Jahrhundert“, wie Meetschen selbst sagt. Mit ironischem Augenzwinkern. Doch seine Standard-Mimik ist ernst, nachdenklich. Die Mimik eines Beobachters und Zuhörers, der kein Problem damit hat, sich zurückzunehmen. Anderen zuzuhören, zuzuschauen. Was dabei rauskommt, kann man in seinem aktuellen Roman „Gespenster wie wir“ lesen, der autobiographisch gefärbt ist: „Wobei die erfundenen Dinge mir viel realer vorkommen, als die Dinge, die ich von der Wirklichkeit übernommen habe.“ Geheimniskrämerei auf intellektuellem Niveau? Nein, nein, sagt Meetschen, das sei schon ernst gemeint. Die Kraft der Verwandlung sei wichtig in der Literatur. In dem Roman „Gespenster wie wir“ geht es um Albert Simon, einen Filmregisseur aus dem Ruhrgebiet, der schon lange in Polen lebt, aber zu Besuch bei einer Tante in Duisburg spürt, dass er einen Film über seine verstorbenen Eltern drehen muss, um seine Flucht vor der eigenen Herkunft zu beenden. Dabei gerät er in ein Heer von Widerständen. Am Ende kommt der Film in Alberts Warschauer Lieblingskino und bringt Menschen zusammen, die wie Albert einen neuen Weg gefunden haben. „Ich möchte mit meinem Roman zeigen, dass alles miteinander verbunden ist. Was wir tun, was unsere Familienmitglieder vor 50 oder 100 Jahren gemacht haben. Alles hat Folgen für uns selbst und unsere Mitmenschen“, sagt Meetschen. Dabei unterscheidet er nicht zwischen religiöser, psychologischer oder politischer Dimension: „Alles hängt miteinander zusammen.“ Und wie groß sind die Ähnlichkeiten zwischen Stefan Meetschen und Albert Simon? Natürlich sei Polen, das Land, in das er ausgewandert ist, ein verbindendes Element zwischen Held und Autor, so Meetschen. Es habe ihm aber auch Spaß gemacht, dem Regisseur Albert „ein paar böse Züge und Probleme“ zu verleihen, damit dieser als Held komplexer werde. Liebesaffären, Rufmord-Kampagnen. „Einen Leihwagen, um damit eine gute Figur zu machen, wie Albert es tut, habe ich mir auch noch nicht bestellt“, sagt Meetschen und lächelt. Auf einer tieferen Ebene sage Albert aber sicher viel über ihn aus – das existenzialistische Ringen bei religiösen Themen zum Beispiel oder seine kritische Haltung zu Ideologien aller Art. „Da ist er mir sehr nah.“ Tatsächlich findet man in dem Roman einen ganzen Blumenstrauß hochaktueller Themen wie die MeToo-Debatte, die Gender-Diskussion, Klimaschutz, Nationalismus und LGBTQ-Rechte und nicht zuletzt den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der 2014/15, dem Handlungszeitraum des Romans, mit der Krim-Annexion langsam warm wurde. Stefan Meetschen hat zu den meisten behandelten Themen, wie er sagt, eine „komplexe Haltung“ Er gibt zu, mit der „Reife des Alters“ bei Beurteilungen „unsicherer“ zu werden. Im Unterschied zu früheren Jahren, als er genau zu wissen meinte, was richtig und falsch, Gut und Böse sei. Deshalb mache ihm das Schreiben von Romanen so viel Freude. „Ich kann meine Vielschichtigkeit, die jeder Mensch hat, schonungslos auf dem Papier ausleben. Das ist Freiheit.“ Was er schreibe, diene allein dem Zweck, eine Geschichte, die sich in ihm entwickle, so berührend wie möglich zu erzählen. Dies gelinge aber nur, wenn sie „ausreichend Interpretationsspielraum“ lasse – und ihn die Figuren beim Schreiben „überraschen“ können. Die Notwendigkeit, Albert in die Ukraine reisen zu lassen, habe sich zum Beispiel erst beim Prozess des Schreibens herauskristallisiert. Und wie fühlt es sich für Stefan Meetschen an, nach so langer Zeit im Ausland die größte Zeit des Jahres wieder in Deutschland, in Berlin zu sein? „Ich habe dieses Jahr in Berlin die Möglichkeit gehabt, vielen interessanten Menschen zu begegnen“, antwortet Meetschen. „Autorenkollegen, Künstlern, Politikern, sozial Engagierten. So bin ich in viele deutsche Konflikte und Probleme quasi reinkatapultiert worden.“ Das sagt er langsam, jedes Wort genau abwägend, wie ein Diplomat. Was ihn wundere, sei, wie „fast schon taumelnd“ die liberalen Demokratien Europas der Rückkehr „alter ideologischer Gespenster“ begegneten. „Mit Menschen, die gar nicht dicht genug an Putin heranrobben können, kann man nicht demokratisch zusammenarbeiten“, ist Meetschen überzeugt. Entsetzt ist er über den „weitverzweigten Antisemitismus“ im Kultur-, Wissenschafts- und Politikbetrieb. Viel zu lange habe man den Antisemitismus in Deutschland als allein rechtes Phänomen betrachtet, findet er. Das sei er auch, aber nicht nur. „Die Abgründe des linken und islamistischen Antisemitismus sind in diesem Jahr transparent geworden.“ Ansonsten, so Meetschen, sei er auch nach so vielen Monaten darüber erschüttert, wieviel Armut und menschliches Leid ihm in der U-Bahn und auf den Berliner Straßen begegne. „Es macht mich traurig und zornig.“ Egal ob es sich um Menschen mit Migrationshintergrund oder Einheimische handele. All diese Menschen seien „Opfer falscher politischer Versprechungen“ geworden. Wie sehr sich die christlichen Verbände wie Diakonie und Caritas für diese Menschen und ihr Unglück engagieren, beeindruckt ihn. Wichtig sei es aber, der Gesellschaft als Ganzes neue Ziele zu geben. Welche zum Beispiel? „Selbstvertrauen und Innovationskraft auf den globalen Märkten, Kriegstauglichkeit in Einheit mit den europäischen Partnern und der NATO, dazu ein neues Wir-Gefühl, das nicht auf die Hautfarbe schielt, dafür kompatibel mit Vernunft und Verlässlichkeit ist.“ Irgendwie ein cooler Typ, dieser Stefan Meetschen. In all seiner Vielschichtigkeit. Seine Bücher finden Sie hier  
Kulturelle Hegemonie: Cancel Culture ist alltäglich in Deutschland
Zweifeln Sie wirklich noch daran, dass dieses Land durch und durch krank ist? Dann habe ich heute wieder etwas für Sie… In zwei Wochen nämlich – 16. und 17. November – wird im Berliner Humboldt-Forum ein Konzert stattfinden, bei dem Chöre unter dem Motto „Vielstimmig 2024“ Lieder von „Hanns Eisler bis Udo Lindenberg“ singen. Das ist bestimmt etwas fürs Berliner Feinschmecker-Publikum, das spätestens seit „Berliner Luft, Luft, Luft“ (Lincke) und „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ (Knef) auf derartige Vergnügungen total abfährt. Und apropos abfahren…da sind wir dann auch schon bei Udo…
Besser nicht die falschen Witze machen!
Es gibt in der englischen Sprache eine schöne Redewendung, die tölpelhaftes, grob ungeschicktes Verhalten bezeichnet: To drop a brick (einen Ziegelstein fallen lassen). Eine herrliche Metapher! Man kann sich das gut vorstellen: in einem edlen, stillen Ambiente plötzlich ein hässlicher Krach, ein au…
Von unserer Unfähigkeit, das eigene Land hochleben zu lassen
Vor dem Bürgeramt bei uns im Ort hängt am Morgen schlaff eine schwarz-rot-goldene Fahne am Mast. Beim Nachrichtenüberblick in der Frühe erfahre ich, dass Russland in der Nacht 100 ukrainische Drohnen abgeschossen haben will. Das „Marburg-Virus“ wurde in Hamburg doch nicht gefunden, und die pro-…

„Lied!“
„Impro lebt von der Energie des Publikums“, sagt Kerstin Kramer, die gleich in zwei Improtheatern in der Hauptstadt auf der Bühne steht. Bei den Ensembles von „Ad Hoc“ und „Die Unverhofften“ tritt sie jeden Monat mehrmals auf Kleinkunstbühnen in Berlin auf. Und Improtheater haben Konjunktur In Berlin, erfreuen sich großer Nachrage des Kulturpublikums. Situativ reagieren, nicht irgendwelche Manuskripte auswendig lernen und vortragen, darum geht es. Begonnen hat der Trend wohl 1997, als „Die Gorillas“ eine Improschule eröffneten, als Coaches in Unternehmen und bei Firmenevents auftraten. Bal…
Todesursache weiter nicht geklärt
Der Hollywood-Schauspieler Gene Hackman (95) ist zusammen mit seiner 63-jährigen Frau Batsy Arakawa in ihrem Haus in Santa Fe tot aufgefunden worden. Eine Sprecherin des Sheriffs sagte den Fernsehsendern ABC News und CNN, das Paar sei bei einer „Sozialkontrolle“ gefunden worden, nachdem sich ein Nachbar aus Sorge um das Paar an die Behörden gewandt hatte. Obwohl die Todesursache noch nicht bekannt ist, teilte die Polizei mit, dass es keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden gebe. Es gebe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, hieß es vonseiten der Polizei. Zur Todesursache äußerten sich die…

Dieser Fluss begeistert mit seiner Wildheit
Die Isel ist wild und ungezähmt und bahnt sich ihren Weg ungehindert ins Tal. Wer ihren Flusslauf erkunden möchte, kann dies auf einem Weitwanderweg tun. Der Iseltrail bietet nicht nur eine Reise durch unterschiedliche Vegetationszonen, sondern auch durch die Zeit. Sie ist schon immer da – jedenfalls seit tausenden von Jahren. Hat die Landschaft im Laufe der Zeit geprägt, mit Schluchten, Felsen und glatten Sandbänken. Die Isel, der letzte frei fließende Gletscherfluss Österreichs, wird aus der Gletscherzunge am Umbalkees geboren – inmitten einer arktischen Landschaft im Nationalpark Hohe T…

Waren das noch Zeiten, als Haie und andere Raubfische die größten Feinde von Meeresschildkröten, Delfinen und Seevögeln waren. Heute geht die größte Gefahr für die Meerestierarten von Polypropylen, Polyethylen und Polyurethan aus…  70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Aber in…
Orangerot tanzt die Flamme in den nächtlichen Sternenhimmel. Eine weitere Fackel wird angezündet, dann noch eine. Sie alle erhellen den eisigen Weg im Naturschutzgebiet am Zeller See und wollen den Sternen wohl Konkurrenz machen. Der große Wagen liegt auf der Seite – seine sieben Sterne sind so nah…
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Es wird auch geheiratet auf dem Festival
WEEZE – Am Niederrhein hat das ausverkaufte «Parookaville»-Festival stattgefunden. Bis einschließlich Sonntag werden in Weeze an der deutsch-niederländischen Grenze täglich 75.000 Menschen erwartet. Insgesamt wurden 225.000 Tickets verkauft. Auf zehn Bühnen treten 300 DJs und Musiker aus dem Spektr…
Friedensdemo statt Rosenmontagszug 2022
von PETRA ALBERS & JONAS-ERIK SCHMIDT KÖLN – Leon hat sich aufmunitioniert. Zwei Patronengürtel kreuzen sich auf seiner Brust, dazu trägt er Flecktarn-Klamotten – in dem braun-beige-grünen Muster, in das sich Soldaten hüllen. Wenn man genauer hinschaut, sieht man allerdings, dass in den Gür…

«Alles im Kopf»
von CHRISTOPH DRIESSEN BERGISCH GLADBACH – Die alte Standuhr neben Helmut Rellergerds Schreibtisch zeigt rund um die Uhr Punkt Zwölf an – Mitternacht, Geisterstunde! Es ist die passende Inspiration für den Erfinder von Geisterjäger John Sinclair. Dessen erstes Abenteuer, «Die Nacht des Hexers»…
Friedensdemo statt Rosenmontagszug 2022
von PETRA ALBERS & JONAS-ERIK SCHMIDT KÖLN – Leon hat sich aufmunitioniert. Zwei Patronengürtel kreuzen sich auf seiner Brust, dazu trägt er Flecktarn-Klamotten – in dem braun-beige-grünen Muster, in das sich Soldaten hüllen. Wenn man genauer hinschaut, sieht man allerdings, dass in den Gür…