Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Einigen von Ihnen ist in den vergangenen Wochen aufgefallen, dass sich hier etwas verändert hat. TheGermanZ ist kompatibler zur Gesellschaft da draußen geworden. Also, kompatibel waren wir schon immer; unsere Leser schätzten schon in den ersten neun Jahren die unaufgeregte Art, Dinge kritisch zu beleuchten, ohne dabei jeden Tag den bevorstehenden Untergang des Abendlandes zu beschwören. Viel läuft in die ganz falsche Richtung in Deutschland und in der Welt, aber wir sind noch immer da. Und unser Kurs ist freiheitlich und demokratisch, konservativ und libertär, christlich und rechtsstaatlich.
Das war so und das wird so bleiben
Auch weil es das ist, was mich selbst antreibt.
Ich und wir sind nicht gegen „das System“, weil das System gut ist: Demokratie, Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, Wohlstand – das sieht alles gut aus und hat über viele Jahrzehnte funktioniert. Es hat ja einen Grund, warum so viele Menschen aus aller Welt nach Deutschland kommen wollen. Aber es hat eben genauso einen Grund, warum so viele Deutsche ihr Land inzwischen jedes Jahr verlassen.
Weil nämlich aus dem Fundament einer freiheitlichen Ordnung nur dann Gutes erwächst, wenn die Bürger am demokratischen Prozess aktiv mitmachen und wenn die Politiker, die wir an die Spitze wählen, nach dem Wahltag auch das tun, was sie versprochen haben und für das sie gewählt wurden.
Sie alle wissen, dass es daran seit der Ära Kohl deutlich hapert. Aber wir alle haben es zugelassen, das gehört zur Wahrheit auch dazu. Wenn wir uns ins Privatleben zurückziehen, das kleine alltägliche Glück anstreben – wie die holländische Feministin Anja Meulenbelt diese Art zu leben mal bezeichnet hat –, dann erobern die anderen die Macht und tun Dinge, die uns gar nicht gefallen und die unserem Land schaden.
Politische Selbstdarsteller hat es schon immer gegeben. Vielleicht gehört das zum demokratischen Wettstreit auch dazu, weil die meisten Bürger eben auch nicht politisch denken und lieber nach persönlicher Sympathie abstimmen bei einer Wahl als zu Versammlungen zu gehen und Programme zu lesen. Das ist erlaubt, und Parteien, Kandidaten und Spindoktoren müssen sich daran ausrichten, wenn sie an die Schalthebel der Macht kommen wollen.
Aber wenn in einer freien, gleichen und geheimen Bundestagswahl vergangenes Jahr 5.670.000 Menschen bei den Zweitstimmen die Grünen von Habeck, Baerbock und Co. wählten, 3.933.297 die „Fußkranken des Weltsozialismus“ (O-Ton Kohl) die SED/Linke von TikTok-Heidi ankreuzten und dann auch noch 2,4 Millionen die Kreml-Filiale von Frau Wagenknecht, dann kann ich es auch nicht ändern. Wie bestellt, so geliefert…
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es mit neuen Parteien auch keinen Sinn ergibt. Es ist alles da, was man braucht, aber durch „Brandmauern“ und bisweilen Landesverrat ist die Bildung stabiler Mehrheiten im modernen Deutschland nicht nur schwerer geworden, sondern wird nahezu unmöglich.
Die Art, wie sich unser Parteiensystem entwickelt hat und die Effizienz, mit der das linke Juste Milieu, der mediale Mainstream, unser Kulturbetrieb, die Hochschulen und die (noch) herrschende Politik demokratische Freiräume aushöhlen, unbotmäßige Politiker und Parteien aus dem Spiel drängen, ist höchst beunruhigend. Für mich, aber ich bin auch sicher für die meisten von Ihnen.
Im Gespräch mit zwei der Ihnen allen bekannten und geschätzten Kollegen aus den freien Medien, die beide viel mehr Reichweite haben als wir, kam im vergangenen Herbst die Diskussion hoch, was wir alle eigentlich wirklich erreichen. Und nüchtern betrachtet ist das wenig. Klar, sicher mehr als eine Million Menschen in Deutschland schauen jeden Tag in die freien Medien, schauen und lesen Nius, Reitschuster, Apollo News, die Achse, Tichy und TheGermanZ. Aber was bewegen wir wirklich?
Können wir Wahlen entscheidend beeinflussen?
Können wir politische Entscheidungen in Berlin oder München oder Düsseldorf ändern? Im großen Stil jedenfalls nicht.
Klar, das Musterbeispiel ist dann immer die Frau Professor aus Potsdam, also Frauke Brosius-Gersdorf, die auf dem SPD-Ticket Verfassungsrichterin werden sollte. Während die CDU/CSU-Bundestagsfraktion geschlafen hat, passten die Kollegen von Apollo News auf und informierten die Öffentlichkeit, was das für den Lebensschutz in Deutschland bedeuten könnte. Nius sprang auf und popularisierte das Thema mit seiner großen Reichweite so, dass es auch den Mainstream erreichte und viele Abgeordnete der Union auch direkt, was deren Ministerpräsidenten Daniel Günther in Schleswig-Holstein sogleich erboste. Seine Parteifreunde würden das sogar lesen und weiterverbreiten, schimpfte er. Und Nius gleich verbieten? Eine Idee, die ihm auch in den Sinn zu kommen schien. Erich Honecker hätte in der DDR seine Freude an solchen Typen gehabt. Widerspruch? Zack, verbieten! Einsperren wäre dann der logische nächste Schritt…
Nein, wir müssen raus aus unserer weltanschaulichen Blase!
Und deshalb haben wir vor Wochen begonnen, damit zu beginnen. Wir sind immer noch konservativ, libertär, Law & Order und Christen, aber wir wollen nicht einfach mehr nur unser eigenes Milieu bespaßen. Wir wollen auch die erreichen mit unserer publizistischen Arbeit, die noch gar nicht wissen, was uns antreibt, was uns stört in der aktuellen Gesellschaft. Und deshalb schreiben wir nach „Merkel muss weg“, Migration stoppen, „Trump ist toll“ und der Merz’schen „Brandmauer“ jetzt auch über andere Dinge: über Kultur, Wirtschaft, Lifestyle, Ernährung und Wissenschaft.
Es ist eine ganz spannende Entwicklung. Wir behalten unsere Werte-Basis, aber wir gehen über den Tellerrand hinaus. Es gibt ganz viele Pläne, was wir in den kommenden Jahren vorhaben. Und wie immer reicht das Geld hinten und vorn nicht. Aber Aufgeben ist keine Option. Für mich nicht, und hoffentlich für Sie auch nicht!
Wenn Sie eigene Gedanken zu unseren Plänn haben, schrieben Sie mir persönlich an k.kelle@the-germanz.de!
Eine gute Woche Ihnen allen!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Kelle