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Fastfood sollte nicht zur Regel werden

Wenn Kinder nur durch den Mund atmen…

Dr. NICOLE LENZ
Zähne

Es soll eine besinnliche Zeit sein, zwischen den Weihnachtstagen und Neujahr. In meinem Bekanntenkreis sind zu dieser Zeit viele Geburtstage und Feiern. Genau dies brachte mich auf die Idee für den heutigen Artikel.

Zähne sind meiner Erfahrung nach immer wieder ein Thema. Liegt es an meiner Anwesenheit, oder ist das auch bei anderen so? Da fällt dem ein oder anderen schon mal ein, welche Fragen zum Thema Zähne schon lange gestellt werden wollen oder dass ein Zahnarztbesuch längst überfällig sei.

Jedenfalls saßen wir nach Weihnachten in einer lockeren Runde zusammen, mehrere Erwachsene und ein paar Kinder. Später kamen noch die Nachbarskinder zum Spielen dazu. Was mir bei allen vier Kindern erschreckend auffiel: sie atmen alle durch den Mund. Ihre kleinen Münder standen ständig offen.

Mein Vater hatte damals immer die besten Klugscheißersprüche parat, wenn er das bei jemanden sah. Zudem war bei diesen Kindern auch der eine oder andere Sprachfehler zu hören.

Zurückzuführen ist die träge Zungentätigkeit auf einen mangelnden Muskeltonus der Kiefer- und Kaumuskulatur. Das Schlimme an meiner Beobachtung an diesem Tag ist, dass es sich dabei keineswegs um Einzelfälle handelt. Beobachtungen wie diese mache ich fast täglich in meiner Praxis. Mundatmung hat viele Nachteile und unangenehme Folgen für den Körper.

Zum einen ergibt sich durch den erwähnten schlecht ausgebildeten Muskeltonus, der falschen Zungenlage und dem daraus resultierenden falschen Schluckmuster eine mangelnde Ausbildung der Kiefer. Jeder kann sich unschwer vorstellen, dass ein schmaler Kiefer ein mangelndes Platzangebot für alle Zähne haben wird. Aufgrund meiner eigenen Geschichte bin ich bezüglich dieses Themas sehr aufmerksam, denn die notwendigen Konsequenzen habe ich selbst erlebt und sehe es immer wieder im Alltag. Folgen wie Zahnentfernungen und feste Zahnspangen als Standardtherapie. Mit sämtlichen Auswirkungen, die kaum erwähnt werden.

Was mir bei diesem Fest noch auffiel:

Die Kinder aßen nur Pommes und Weißbrot, die Süßigkeiten nicht zu vergessen

Dass Süßigkeiten und Gebäck schlecht für die Zähne sind, kann jeder singen, wir hören es bereits von klein auf. Es wird auch ständig erwähnt, wenn ich in der Nähe bin. Kurz vor Weihnachten war ich in einer Radiosendung zu einem Weihnachts-Statement eingeladen. Mir angebotene Plätzchen wurden mit „sind schlecht für die Zähne“ kommentiert. Dabei sind diese nicht nur schlecht für die Zähne, sondern auch für den ganzen Körper, denn wir schlucken sämtliche Inhalte in unseren Verdauungstrakt. Wenn sie keine Dauerernährung, wie Pommes und Co, werden, ist auch gegen Stollen, Plätzchen und Lebkuchen kaum was einzuwenden.

Wenn jetzt jedoch größtenteils nur Fastfood gegessen wird, dann brauchen wir zum einen unsere Kaumuskeln nicht als solche. Zudem enthalten diese bekanntermaßen Inhaltsstoffe, die allergene Wirkungen auf den Körper haben können und schleimbildend sind. Beides behindert indirekt die Nasenatmung. Das ist alles sehr vereinfacht, denn die Komplexität unseres Immunsystems ist einzigartig.

Mir ist der Anreiz zum Nachdenken für Sie wichtig

Vielleicht schaffe ich auch ein Umdenken in Richtung Zahnarzt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass unsere Zähne enorme Effekte auf den ganzen Körper haben. Deswegen sollte sich ein Zahnmediziner auch mit Ernährung, Sprache und Kopfhaltung beschäftigen. Die Zähne und die Zahnstellung zueinander beteiligen sich im großen Maße an den erwähnten Punkten. Und diese jeweils nur auf einen Spezialisten zu begrenzen, wird kaum eine effektive Lösung für Patienten haben.

Ein weiterer Punkt, der mich sehr nachdenklich stimmt, ist die Frage, warum kurz vor Weihnachten Weisheitszähne rausoperiert werden.

Die Praxis ist über Weihnachten und wahrscheinlich bis nach Neujahr geschlossen. Ganz konkret führte ein solcher Fall zu Anfragen über mein Netzwerk, ob ich einem jungen Mädchen helfen könne, das ein paar Tage nach der OP wegen ein paar Dingen sehr verunsichert war und niemanden erreichen konnte. Ein Telefonat von fünf Minuten mit diesem verzweifelten Mädchen genügten, um sie zu beruhigen. Sie konnte die besinnliche Zeit jetzt wieder sorgenfrei genießen.

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Klaus Kelle, Chefredakteur