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Todesurteil mit Bewährung

RED
Chi nas ehemaliger Verteidigungsminister Li Shangfu
Ein Militärgericht hat gestern in Peking den ehemaligen Verteidigungsminister Li Shangfu wegen schwerer Korruption zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde mit einer zweijährigen Bewährungsfrist ausgesprochen – eine Praxis, die meist in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wird.
Gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Wei Fenghe statuierte die Führung damit ein Exempel im Kampf gegen Untreue in der Volksbefreiungsarmee.
Li Shangfu galt lange als Aufsteiger
Als Sohn eines Revolutionsveteranen machte er Karriere in der Militärtechnologie und leitete jahrelang die Beschaffungsabteilung der Armee. Im März 2023 wurde er zum Verteidigungsminister ernannt. International war er vor allem durch die US-Sanktionen bekannt, die gegen ihn wegen Waffengeschäften mit Russland verhängt worden waren. Sein tiefer Fall begann im August 2023, als er nach nur wenigen Monaten im Amt plötzlich und ohne Erklärung aus der Öffentlichkeit verschwand.
Li wurde für schuldig befunden, enorme Schmiergeldzahlungen angenommen zu haben, um im Gegenzug lukrative Staatsaufträge und Beförderungen zu vergeben. Besonders schwer wog der Vorwurf, dass er selbst Bestechungsgelder zahlte, um seine Machtposition zu festigen.

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Klaus Kelle, Chefredakteur