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Es darf keinen Krieg zwischen dem Westen und Russland geben

Zuckerbrot und Peitsche: Russland will uns wieder Gas verkaufen, aber gleichzeitig deutsche Fabriken bombardieren

Klaus Kelle
Foto: dpa | Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Und ewig lockt der Putin. Der russische Präsident hat auf dem internationalen Waldai-Diskussionsforum gesagt, dass er sich Sorgen um die hohen Energiepreise in Deutschland mache. Man möchte fast lachen, wenn man das hört, hat doch sein Scharfmacher-Adlatus und Ex-Präsident Dmitri Medwedew gerade wieder mit militärischen Schlägen gegen Deutschland gedroht.

Und, noch besser, Putins Lautsprecher wendet sich direkt an die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Mari-Agnes Strack-Zimmermann. Die habe – kein Witz – ja leider „einem schwer auszusprechenden Namen“. Aber leider plädiere sie dafür, deutsche Marschflugkörper „Taurus“ an die ukrainischen Streitkräfte zu liefern, mit denen Kiew Angriffe auf russisches Territorium starten könnte.

Tatsächlich hat die Bundesregierung das gerade abgelehnt, weil sie ja in Sachen Ukraine nicht so agiert, wie es Medwedew, Russland und Putins Angriffskrieg-Fans behaupten. Im Gegenteil: der Bundeskanzler handelt bei Waffenlieferungen von Anfang an zögerlich, wie bei allem eigentlich. Weil Scholz Angst vor einem großen Krieg mit Russland hat, und das müssen wir immer ernstnehmen.

Es darf keinen Krieg zwischen dem Westen und Russland geben

Aber die Politik unserer Regierung darf auch nicht von Angst geleitet werden. Zuschauen, wenn jemand angegriffen, wenn Hunderttausende getötet, verkrüppelt und vergewaltigt werden, wenn Zehntausende Kinder gegen den Willen ihrer Eltern nach Russland verschleppt werden. Wer da tatenlos wegschaut soll bloß den Mund halten von Humanismus und Völkerrecht!

Aber Medwedew wäre nicht Medwedew, wenn er nicht noch einen raushaut.

Sollte Deutschland doch „Taurus“-Marschflugkörper liefern, dann habe Russland jedes Recht, „deutsche Fabriken“ anzugreifen. Nun gut, immerhin droht er nicht mit Atomraketenangriffen auf deutsche Städte, wie früher schon mal.

Und in diesem Zusammenhang kommt dann sein Präsident Putin und will Deutschland helfen, damit die Strompreise wieder fallen. Wirklich nett, oder?

Putin erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass ja sowieso russisches Gas täglich durch die Ukraine nach Europa geleitet werde. Die Ukraine erhalte von Russland weiterhin Geld für diesen Transit. Nicht nur die Ukraine als Kriegsgegner habe etwas von den Einnahmen, auch Russland erhalte Geld aus dem Verkauf. «Wir haben auch was davon.» Die Transitverträge zwischen Moskau und Kiew laufen Ende kommenden Jahres allerdings aus.

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Klaus Kelle, Chefredakteur